Stadtlabor Schützenmatte

«Die Bevölkerung soll die Stadt mitgestalten»

Wie soll die Schützenmatte genutzt werden? Am Ideen-Forum Stadtlabor Schützenmatt sollen erste Ideen zusammengetragen werden. Eine international tätige Gruppe ist am Anlass involviert und versucht, den Gästen zu helfen, Ideen zu entwickeln.

«Wir sind während des Anlasses täglich von 10 Uhr bis 22 Uhr auf der Schützenmatte. Dort steht ein sogenannter Ideen-Pavillon (hinten), mit dem wir verankert sind.» Thibault Schiemann, Mitglied der Social Space Agency.

«Wir sind während des Anlasses täglich von 10 Uhr bis 22 Uhr auf der Schützenmatte. Dort steht ein sogenannter Ideen-Pavillon (hinten), mit dem wir verankert sind.» Thibault Schiemann, Mitglied der Social Space Agency. Bild: rv

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Thibault Schiemann, Sie sind Teil der Social Space Agency. Was verbirgt sich hinter dem Namen?
Wir sind eine Gruppe von Leuten, die im Rahmen des letzten «Auawirleben» entstanden ist. Das Ziel der Social Space Agency ist, all jene sozialen Konventionen und Praktiken zu erforschen, die wir noch nicht ausprobiert haben. Jeden Tag und in jeder Situation definieren Konventionen unsere Handlung. Diese geben uns eine bestimmte Auswahl an Möglichkeiten, wie wir uns verhalten können. Jetzt ist es aber so, dass es viel mehr Möglichkeiten gibt, wie man das machen könnte. Diese zu entdecken ist unser Ziel.

Wie soll man sich das vorstellen?
Ende Mai haben wir einen offenen Brief an das Stadtplanungsamt geschrieben. Darin haben wir klargemacht, dass die Stadt Bern ein Ort voller Potenzial ist und dass es Gruppen gibt, die den öffentlichen Raum kreativ mitgestalten wollen. Wir haben zum Beispiel einen Experimentier-Tag vorgeschlagen. An diesem Tag wäre die Konvention, dass jeder etwas ausprobieren kann. Vielleicht gibt es Menschen, die die Brunnen in der Stadt im Sommer lieben. Dann sollen sie an diesem Experimentier-Tag daraus einen Whirlpool machen dürfen. Ein weiterer Vorschlag war, dass die Stadt Orte einrichtet, an denen die Menschen neue Formate ausprobieren dürfen. Was würde passieren, wenn eine lebendige Bibliothek aufgehen würde? Wenn sich Stadtberner treffen und Geschichten erzählen können?

Wie hat man bei der Stadt reagiert?
Mit diesen Vorschlägen sind wir bei der Stadt leider auf taube Ohren gestossen. Das Stadtplanungsamt schlug uns jedoch vor, dass wir beim Stadtlabor Schützenmatte aktiv mitmachen sollen. So sind wir nun hier gelandet.

Jetzt sind Sie beim Stadlabors dabei. Was bieten Sie hier?
Wir sind während des Anlasses täglich von 10 Uhr bis 22 Uhr auf der Schützenmatte. Dort steht ein sogenannter Ideen-Pavillon, in dem wir Quartier beziehen. Die Leute können auf uns zukommen, wir geben ihnen dann kleine Aufgaben, anhand derer sie Ideen für die neue Schützenmatte entwickeln können. Diese Ideen speisen wir in eine Struktur, die wir «Area Permutation Engine» nennen. Die neu entwickelten Ideen verarbeiten andere Besuchende des Stadtlabors dann weiter. Das ist bildlich gesprochen ein Motor, der immer wieder mit neuen Vorschlägen gefüttert wird und so immer neue Visionen der Schützenmatte generiert.

Was erhofft sich die Agency von den kommenden Tagen?
Die Leute sollen die Chance wahrnehmen, die Stadt mitgestalten zu können. Wir hoffen, dass dadurch auch ein Signal an die Stadtregierung gesendet wird, in Zukunft weitere partizipative Projekte zu fördern. Weiter wünschen wir uns, dass eine grosse Diversität an Ideen geben und dass die Stadt auf die Wünsche eingehen wird. Wir würden uns freuen, wenn die entsprechenden Entscheidungsträger bereits während der Veranstaltung vor Ort sein würden, damit sie direkt mit der Bevölkerung in Kontakt treten könnten.

Was würden Sie aus der Schützenmatte machen?
Es sollte hier weniger um uns oder um mich gehen. Für uns zählt nur, welche Visionen die Stadtbevölkerung hat und wie wir ihr bei der Formulierung dieser Visionen am Besten helfen können.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.09.2014, 16:47 Uhr

Stadtlabor

Die Schützematte soll im Sinne eines Experimentierraums weiterentwickelt werden. Die Parklpätze sollen entfernt werden. Doch was mit dem Platz genau geschehen soll, ist offen. Aus diesem Grund findet vom 4. bis 7. September eine Veranstaltung namens Stadtlabor statt.

Jede Person, die eine Idee zur Umnutzung des Platzes hat, ist eingeladen an diesem Ideen-Forum teilzunehmen und ihre Vision zu präsentieren. Ein reger Ausstausch wird erwünscht.

Weitere Infos

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