Die BLS hat sich die Kritik selbst eingebrockt

Das BLS-Projekt scheint angesichts von so prominenter Kritik schon so gut wie am Boden zu sein.

Die BLS steht mit ihrem Bauprojekt in der Kritik.

Die BLS steht mit ihrem Bauprojekt in der Kritik.

(Bild: Adrian Moser)

Matthias Raaflaub

Dass die BLS mit ihrer geplanten Werkstätte im bäuerlichen Westen Berns auf Widerstand stossen würde, war abzusehen. Die BLS hat sich darauf schlecht eingestellt. Sie meint zwar, dass sie daran sei, vorsichtig und früh über die Pläne zu informieren. Doch sie hat auf eigene Faust geplant und das Projekt ohne Alternative präsentiert. Die Folge ist eine Kettenreaktion: Nach der Bevölkerung versetzt sie auch die Stadtberner Regierung in Aufregung. Indem Alexandre Schmidt in einem Sololauf eine Alternative für die Planung vorschlägt und Stadtpräsident Alexander Tschäppät in die Kritik am Projekt einstimmt, steht die BLS nun alleine da. Das Projekt scheint angesichts von so prominenter Kritik schon so gut wie am Boden zu sein. Heute wollen sich die BLS-Verantwortlichen der Bevölkerung in Riedbach stellen. Sie werden sich jetzt von Kritikern anhören müssen, dass es sehr wohl eine andere Lösung gibt.

Bisher hat das Bahnunternehmen die Ergebnisse ihrer eigenen theoretischen Prüfungen vor praktische Gespräche mit der Stadt gestellt. Das mag aus BLS-Sicht korrekt sein, denn die Bahn benötigt das Einverständnis der städtischen und der kantonalen Behörden für das Projekt nicht – so will es die Sonderregelung im Eisenbahngesetz. Dennoch müsste die BLS die Stadt Bern respektieren.

Für die beste Lösung müssen BLS und Stadt dringend an einen Tisch. Auch wenn die Berner Stadtregierung selbst nicht gerade den Eindruck macht, besonders überlegt zu handeln, muss sie das Projekt in die richtigen Bahnen lenken. Ob nun das BLS-Projekt in Buech oder die jetzt von Finanzdirektor Schmidt eingebrachte Variante näher bei Brünnen zum Zug kommt: Dem Gemeinderat kann es nicht egal sein, was im Westen der Stadt passiert. Er hat allen Grund, das städtische Kulturland ebenso stark zu verteidigen wie sein bestes Bauland. Vor allem aber muss er gegenüber der BLS darauf pochen, dass diese sich zeitgemäss nach der Raumplanung richtet.

Der Bund

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