Des Moses neue Kleider

Der Prophet Moses thront als eine von elf Brunnenfiguren über den Wasserstellen in der Berner Altstadt. Heute Freitag wurde er demontiert und muss sich und sein Gewand nun einer Bestandesaufnahme unterziehen lassen.

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Es scheint als elftes Gebot eines Berner Restauratorenherzen: Die regelmässige Pflege der allegorischen Brunnenfiguren. Dazu gehört auch deren Restauration. Nun ist es bei der Mosesfigur am Münsterplatz so weit. Der Prophet aus Stein ist in die Jahre gekommen. «Es ist bereits 20 Jahre her, seit der Brunnen das letzte Mal restauriert wurde», erklärt Kurt Häusler, Projektleiter beim Hochbauamt der Stadt Bern. Die Brunnen in der Berner Altstadt stammen aus der Mitte 16. Jahrhundert, die elf Figurbrunnen weisen noch das originale Standbild auf.

Im Rahmen des Berner Brunnenfonds werden die Bauwerke zur Wassergewinnung in einem zweijährigen Intervall kontrolliert. Bei Bedarf erfolgt dann die entsprechende Restaurierung. «Umwelteinflüsse wie Abgase, starke Temperaturschwankungen, Regenwasser und Schnee strapazieren die Steinskulpturen», sagt Häusler. Dazu kommt der Risikofaktor Mensch: «Manchmal klettern Leute zu den Figuren hoch, um sich mit ihnen fotografieren zu lassen», sagt der Projektleiter. Sicherheitsmassnahmen stünden aber nicht im Vordergrund, primär ginge es um die Ästhetik der Brunnen.

Petrus gibt den Takt an

Restauriert wird Moses in einem Atelier im Mattequartier. Restaurator Michael Fischer hat sich in den vergangenen Jahren aller restaurationsbedürftigen Berner Brunnenfiguren angenommen. Es sei ein aufwendiger Prozess, so Kurt Häusler: «Erst nachdem die Steinfigur vollständig trockengelegt wurde, kann eine Bestandesaufnahme gemacht werden.» Schliesslich könne entschieden werden, ob man die Farbflächen der Skulptur lediglich partiell auffrischen oder dem Propheten ein gänzlich neues Farbsystem anlegen müsse. Bei Letzterem muss die gesamte Farbe entfernt und neue angebracht werden. Am Schluss wird Moses mit einer Schutzlackierung versehen, bevor er wieder an seinen gewohnten Platz beim Münster zurückkehren kann.

Neben der Figur müssen auch das Brunnenbecken instand gebracht und Risse repariert werden. Keine vierzig Jahre, aber trotzdem bis zum nächsten Frühling soll die Auffrischung dauern. «Diese ist sehr wetterabhängig, Restaurierungsarbeiten an den Berner Brunnen bedürfen einer Temperatur von mindestens sieben bis zehn Grad Celsius», erläutert Häusler. Die Arbeiten an dem Brunnen stehen in Abhängigkeit zu Dauer und Härte des kommenden Winters. Die vierte Jahreszeit wurde jedoch bewusst gewählt. «Im Winter haben wir am wenigsten Touristen», so der Projektverantwortliche. Für das kommende Jahr sind dann Restaurierungsarbeiten am Chindlifrässer- beim Kornhausplatz und Ryfflibrunnen in der Aarbergergasse geplant.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.11.2014, 15:29 Uhr

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Berner Brunnenfiguren

Berner Brunnenfiguren Touristen widmen den Berner Brunnenfiguren mehr Aufmerksamkeit als Einheimische – zu Unrecht! Eine Vorstellungsrunde.

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