«Das ‹Pyri› soll kein weiteres Starbucks werden»

Die Wirtin des Café des Pyrénées hört Ende Jahr auf. Die Kundschaft fürchtet sich vor einem Verlust des Traditionscharakters. Und will das «Pyri» mit einer Unterschriftenaktion retten.

Ein «Urgestein» der Berner Altstadt: Das Café des Pyrénées am Kornhausplatz.

Ein «Urgestein» der Berner Altstadt: Das Café des Pyrénées am Kornhausplatz. Bild: Google Streetview

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Es gilt als eine der ältesten Berner Altstadtbeizen: das Café des Pyrénées. Dort ist die Zeit stehen und Polo Hofer Stammgast geblieben. Das Lokal ist bekannt für seine urchige Atmosphäre und seine währschafte Küche. Nach 35 Jahren läuft der Vertrag von Silvia Chautems aus, und sie wird in Pension gehen. Ende Jahr zieht sie sich als Gastgeberin aus dem «Pyri» zurück.

Die Stammkundschaft sorgt sich nun, dass mit Chautems’ Abgang das Lokalkolorit der Beiz am Kornhausplatz verloren geht.

In einem Schreiben wurden Unterstützer zur Unterschrift gebeten um den Besitzer um eine adäquate Nachfolge zu ersuchen. Die Initianten wollen gemäss dem Schreiben erreichen, dass die «einzigartige Ausstrahlung» des Lokals erhalten bleibe und nicht von einem «sterilen Nullachtfünfzehn-Restaurant» ersetzt werde. Die gesammelten 600 Unterschriften wurden an Chautems übergeben. Die Wirtin zeigt sich gerührt: «Es wäre schade, wenn ein solches Traditionsrestaurant abhandenkommen würde.»

«Geist des ‹Pyris› beibehalten»

Chautems liess die Unterschriften der Liegenschaftsbesitzerin Hess Holding zukommen, derselben Firma, der auch das Restaurant Ringgenberg neben dem «Pyri» gehört.

Man habe dieses Schreiben «sehr geschätzt», sagt der Pressesprecher der Hess Holding auf Anfrage. Es sei auch im Sinne der Familie Hess, den «Geist des ‹Pyris›» beizubehalten. «Es wird kein weiteres Starbucks oder Bindella-Restaurant geben.» In den nächsten Wochen werde die Nachfolge bekannt gegeben. Man befinde sich derzeit noch in den Schlussverhandlungen mit der neuen Trägerschaft.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.01.2015, 17:42 Uhr

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