Bund zahlt an Bahntunnel im Berner Wylerfeld

Mit der «Entflechtung» 
der Bahngleise im Norden 
der Stadt Bern wird der Viertelstundentakt nach Zürich möglich.

Im Osten des Bahnhofs Bern sollen der Engpass beseitigt werden.

Im Osten des Bahnhofs Bern sollen der Engpass beseitigt werden.

(Bild: Susanne Keller)

Matthias Raaflaub

Der Bundesrat hat eine weitere Tranche aus dem aktuellen Infrastrukturprojekt für die Bahn beschlossen. Im Rahmen des Pakets «Zukünftige Entwicklung für die Bahninfrastruktur» fliessen 170 Millionen in die Kantone Bern, Jura, Neuenburg und Schwyz. 125 Millionen davon gehen an die sogenannte Entflechtung der Gleise im Berner Wylerfeld.

Ab nächstem Jahr wird dort ein Bahntunnel gebaut. Dieser wird Züge von Bern in Richtung Thun unter der Hauptachse nach Olten und Biel hindurchführen. Bisher müssen fünf Bahnlinien im Wylerfeld auf vier Gleisen verkehren. Dabei können sich die Züge bei der Querung der Bahngleise mitunter blockieren. Bereits kleine Verspätungen können zur Folge haben, dass andere Züge an diesem Knotenpunkt warten müssen. Die neue eingleisige Unterführung kurz vor dem Bahnhof Wankdorf soll Abhilfe schaffen. Die Anlage wird insgesamt über fast 900 Meter verlaufen. Einfahrtsrampe, Tunnel und Ausfahrtsrampe werden je 300 Meter lang.

Damit wird im Fernverkehr der SBB und im S-Bahn-Verkehr der BLS ein dichterer Takt möglich. Die SBB plant den Viertelstundentakt zwischen Bern und Zürich sowie Direktverbindungen von Zürich-Flughafen nach Interlaken. Auch die S-Bahnen in die Gemeinden rund um Bern sollen alle 15 Minuten verkehren können.

Alle Gelder sind vorhanden

Der Bundesbeitrag war zuletzt zwar nicht mehr umstritten. Beim Kanton Bern reagierte man gestern dennoch erfreut. Die Tranche für die Bahninfrastruktur war nämlich der letzte ausstehende Beitrag. «Damit ist die Finan­zie­rung nun gesichert», sagte Ulrich Seewer, Co-Leiter des kantonalen Amts für öffentlichen Verkehr, auf Anfrage.

Das gesamte Bauvorhaben kostet – angepasst an die Teuerung – 270 Millionen Franken. Die nun gesprochenen 125 Millionen Franken entsprechen laut dem Bundesamt für Verkehr gemäss heutigem Preisniveau 141 Millionen. 106 Millionen kamen bereits aus dem Agglomerations- und Infrastrukturfonds, 13 Millionen aus dem Beitrag des Bundes an die SBB. Der Kanton Bern zahlt 9 Millionen Franken. Die Stadt Bern beteiligt sich am Neubau von Scheiben- und Stauffacherbrücke. Diese müssen wegen der Anpassungen länger werden.

Der Bund

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