Bubenberg-Denkmal wird aufgefrischt

Unter «brausenden Hurras» war das Denkmal von Adrian von Bubenberg 1897 eingeweiht worden – nun wird die Bronzestatue für 85'000 Franken saniert.

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Patina, Schmutz und Vogeldreck – das Standbild von Adrian von Bubenberg beim Hirschengraben hat schon bessere Tage gesehen. Nun will die Stadt Bern die Bronzestatue und den Sockel für 85'000 Franken sanieren. Dazu wird der Berner Held vorübergehend eingerüstet, wie die Stadt am Dienstag mitteilte.

Die Einweihung des Denkmals am 18. Juli 1897 war von einem grossen Fest begleitet, bei dem nicht nur eidgenössische, kantonale und städtische Behörden, sondern auch eine grosse Volksmenge anwesend war. Es war der Höhepunkt der Eröffnung des Kantonalen Schützenfests. Das Denkmal stand mitten auf dem Bubenbergplatz, der damals noch Christoffelplatz genannt wurde, auf der Höhe der westlichen Ecke des Burgerspitals.

«Brausende Hurras zeigten an, dass schon der erste Anblick für die Menge ein überwältigender gewesen war», schrieb die NZZ in einem längeren Beitrag über den Moment der Enthüllung. «Bubenbergs Kraftgestalt ist heute für alle neu erstanden.» Das Bronze-Standbild wurde vom Bildhauer Max Leu geschaffen, dem für seine Schöpfung mehrere Lorbeerkränze und ein Etui mit 500 Franken überreicht wurden.

«Hingabe an das Vaterland»

Es handle sich um ein «wahres schweizerisches Nationaldenkmal, das die Eidgenossen zu Eintracht und selbstloser Hingabe an das Vaterland ermahnt», heisst es in einem Agenturbericht. Auf dem Sockel stehen zwei überlieferte Zitate des Schultheissen und Feldherrn: «So lange in uns eine Ader lebt, gibt keiner nach» und «Mein Leib und Gut ist euer eigen bis in den Tod».

Durch die Einweihung wurde eine alte «Schuld» beglichen, eigentlich hätte Bubenberg schon lange mit einem Denkmal geehrt werden sollen, so lautete eine verbreitete Ansicht. Der Standort war mit Bedacht gewählt worden: Hier befand sich früher das Murtentor. Mit seiner ausgestreckten linken Hand wies Bubenberg in die Richtung des Städtchens, des Schauplatzes des grossen Sieges der Eidgenossen über Karl den Kühnen.

Adrian von Bubenberg (1434 bis 1479) war nach dem Sieg von Grandson zum Verteidiger der Stadt Murten berufen worden – obwohl er zuvor aus dem Kleinen Rat ausgeschlossen worden war, weil er die aktive Kriegspolitik gegen den Herzog von Burgund nicht hatte mittragen wollen. Während zwölf Tagen verteidigte Bubenberg Murten erfolgreich gegen die Truppen Karls des Kühnen, den er aus Jugendjahren am burgundischen Hof persönlich kannte, und wurde so zum Retter in der Not. Nach der Schlacht von Murten am 22. Juni 1476 wurde er rehabilitiert.

Geburtsjahr von Bubenberg ist unbekannt

Bubenbergs Geburtsjahr ist nicht genau bezeugt. Er verfügte über umfangreichen Landbesitz, war aber zeitlebens von ökonomischen Problemen geplagt. Er bekleidete mehrmals das Amt des Schultheissen. Wichtige Lebensstationen sind eine Pilgerreise nach Jerusalem, wo er zum Ritter des Heiligen Grabes geschlagen wurde, und die Bekanntschaft mit Niklaus von der Flüe, dessen Fasten im Ranft er bezeugte. Sein Tod 1479 ist möglicherweise auf eine infizierte Verletzung zurückzuführen.

Das Andenken an Bubenberg sei durch zahlreiche historische und literarische Werke verklärt worden, heisst es im Historischen Lexikon der Schweiz. «Er gilt als der selbstlose Ritter und staatsmännischer Diener des Vaterlandes.» 1930 musste das Denkmal der Umgestaltung des Bubenbergplatzes weichen. Das Denkmal wurde in den Hirschengraben verschoben, über den richtigen Standort war zuvor lange debattiert worden, der Gemeinderat wollte das Denkmal zuerst beim Zytgloggeturm aufstellen, doch in der Presse erhob sich ein Sturm der öffentlichen Meinung gegen diese Wahl. Als Alternativen wurden Viktoriaplatz, Bundesplatz, Bärengraben, Kirchenfeld-Gymnasium und anderes mehr diskutiert.

Seit der Umplatzierung vor 85 Jahren wurde das Denkmal nie umfassend saniert, auch einige der Fugen des Steinsockels müssen deshalb repariert werden. Die Verschmutzungen werden bis auf die blanke Bronze abgetragen und die Patinaschichten einzeln rekonstruiert. Im Juli soll das Denkmal wieder im alten Glanz erstrahlen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.05.2015, 17:36 Uhr

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