«BE 1 ist unverkäuflich»

In St. Gallen wurde am Mittwochabend die prestigeträchtige Autonummer SG 1 für den Rekordpreis von 135'000 Franken verkauft. Trotz dieser stolzen Summe denkt der Besitzer von BE 1 nicht über einen Verkauf nach.

BE 1 ist zurzeit in den Händen des Berner Taxiunternehmens Nova Taxi. Ein Verkauf steht nicht zur Debatte.

BE 1 ist zurzeit in den Händen des Berner Taxiunternehmens Nova Taxi. Ein Verkauf steht nicht zur Debatte. Bild: zvg

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Sie ist die wertvollste Autonummer der Schweiz: Für SG 1 wurden 135'000 Franken geboten. Die Auktion des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts des Kantons St. Gallen endete am Mittwochabend und dürfte wohl so einige Besitzer von attraktiven Autokennzeichen in Versuchung gebracht haben, ihre Schilder zu verkaufen.

Auch der Besitzer von BE 1 hat für einen kurzen Moment über einen Verkauf seiner Nummer nachgedacht. Das begehrte Schild ist in Besitz des Berner Taxiunternehmens Nova Taxi. «BE 1 ist grundsätzlich unverkäuflich», sagt Geschäftsleiter Markus Kunz. Das Schild sei ein gutes Marketinginstrument. Nur unter besonderen Umständen würde sich Kunz zu einem Verkauf überreden lassen. «Wenn das Unternehmen in grossen finanziellen Schwierigkeiten stecken würde, dann wäre der Verkauf von BE1 eine Option.» Aber natürlich nur, wenn der Preis stimmen würde.

Doch auch dann: «Ich würde die Nummer nur schweren Herzens hergeben», sagt Kunz. Schliesslich befindet sie sich seit der Gründung von Nova Taxi 1954 in Firmenbesitz. Wie es dazu kam, kann Kunz nicht sagen. «Es war wohl einfach ein glücklicher Zufall.»

Nummernschilder als Goldgrube

Seit 2007 versteigert das Berner Strassenverkehrsamt attraktive Nummerschilder via Internet. Die Gewinne aus diesen Online-Auktionen können sich sehen lassen: 2011 spülten Erträge 1,2 Millionen Franken in die Staatskasse. Im Rekordjahr 2012 waren es gar 1,3 Millionen. Welche Nummer am teuersten wegging, wird geheim gehalten. Nur soviel: «Es war eine tiefe zweistellige Nummer und erreichte einen Endpreis von rund 65'000 Franken», sagt Hanspeter Bütler, Chef der kantonalen Abteilung Verkehrszulassung.

Weil das Geschäft mit attraktiven Nummernschildern so lukrativ ist, kauft das Strassenverkehrsamt systematisch Nummern zurück. Die Preise dafür sind vergleichsweise jedoch niedrig. «Wir können maximal 2000 Franken zahlen. Das ist gesetzlich so geregelt», sagt Bütler.

Dennoch konnten rund 50 Prozent der zweistelligen Nummern zurückgekauft werden. Bütler erklärt: «Die tiefen Nummern waren ursprünglich Taxis vorbehalten. Taxiunternehmen sind heute oft nicht auf Rosen gebettet. Deshalb gingen einige den Deal ein.» Möchte der Halter von BE 1 diese Nummer doch einmal privat loswerden, dann würde das Amt dem Erwerber eine Sondergebühr von 90‘000 Franken belasten. Diese Sondergebühr käme somit zum Erwerbspreis hinzu. Mit dieser Massnahme soll verhindert werden, dass lukrative Nummer privat verkauft werden.

Kassenschlager in Petto

Das Strassenverkehrsamt konnte kürzlich zwei einstellige Nummern an Land ziehen . «Wir haben die 8 und eventuell auch die 5. Die 8 wird vielleicht noch dieses Jahr zur Auktion freigegeben», verrät Bütler. BE 1 bleibt für das Strassenverkehrsamt jedoch weiterhin Wunschdenken. Wie viel die Nummer einbringen würde, darüber kann Bütler nur spekulieren. «Mit einer Summe über 100'000 wären wir natürlich zufrieden. Doch ich zweifle daran, dass der Preis so hoch ausfallen würde.»

Doch was für Menschen geben solch horrende Preise für eine Autonummer aus? «Für viele ist es eine Frage der Ästhetik, zu einem schönen Wagen gehört eine schöne Nummer», erklärt Bütler. Für einige diene die Nummer aber auch einfach als Statussymbol.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.02.2013, 16:17 Uhr

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