Aufgetischt

Aufgetischt: In bunter Gesellschaft

In der Heitere Fahne in Wabern ist das Konzept Essen denkbar einfach: Am Salatbuffet kann sich jeder bedienen, und beim Grill lässt man sich ein Stück Fleisch dazulegen.

Bunte Gesellschaft: Die Heitere Fahne in Wabern. Bild: zvg/Archivbild

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Fussball, feines Essen, ein Konzert, ein Geburtstagsfest und fröhliche Kinder – alles an einem Ort und an einem Abend. Möglich ist das, wenn auch nur bedingt geplant, in der Heitere Fahne in Wabern. Im letzten Jahr übernahm das Kollektiv «Frei_Raum – inklusive Kultur» die altehrwürdige, aber vom Verlottern bedrohte Brauereiwirtschaft unterhalb der Gurtenbahnstation.

Das Kollektiv war bis dahin als Organisatorin des integrativen Musik- und Theaterfestivals Säbeli Bum bekannt. Die rund 60 Leute übernahmen die alte Braui mit viel Idealismus und einer ungewissen Zukunft. Fast acht Monate nach der Eröffnung ist klar: In der Heitere Fahne geht es lebhaft zu und her. An diesem Junisommerabend haben sich die unterschiedlichsten Menschen eingefunden, um dort einen sorglosen Abend zu verbringen.

Integration selbstverständlich

Die Kinder unterhalten sich selber. Sie rennen quer über die Terrasse, schieben alte Puppenwagen vor sich her oder fläzen sich in Sitzkissen. Das Konzept Essen ist denkbar einfach. Am Salatbuffet kann sich jeder bedienen, und beim Grill lässt man sich ein Stück Fleisch dazulegen. «Vom Buffet» kostet 25 oder 35 Franken, 10 Franken sei der Solidaritätsbeitrag, erklärt eine junge Frau hinter dem Tresen. Den bezahlen wir natürlich gerne, schliesslich arbeiten nach wie vor alle ehrenamtlich.

Geplant ist, dass zumindest die Gastromitarbeitenden bald Lohn erhalten, wenn auch nicht einen vollen Lohn, aber zumindest einen Beitrag an die Lebenskosten. Zudem ist der Betrieb ein soziales Projekt, das behinderte Menschen einbezieht. Integration als selbstverständlich leben: So formulierte ein Kollektivmitglied vor der Eröffnung den Anspruch. Zufälligerweise feiert dieses Kollektivmitglied an diesem Abend seinen Geburtstag – inmitten dieser bunten Gesellschaft.

Nette Menschen und Caramelköpfli

Ausgerüstet mit einem Chianti (Fr. 5.–/dl) schreiten wir vom Tresen ans Buffet: Hübsch angerichteter Couscous in einem Eisbergsalatblatt, bunter Zucchinisalat, Wassermelone und Kartoffelsalat an einer cremigen Sauce. Letzterer wurde in der Stiftung Bächtelen zubereitet, mit der das Heitere-Fahne-Team die Zusammen­arbeit sucht. Vom Grill gibts ein Spiessli mit geschmackvollem Lammfleisch und Zwiebeln. Noch während des Essens beginnt das Kulturprogramm. Die Berner Musiker Menic und Lady Gomorra unterhalten mit leichter Kost – für eine Hutkollekte. Zu Gitarrenklängen singen sie Lieder auf Englisch, Italienisch und Berndeutsch.

Nette Menschen bei uns am Tisch, mit denen wir einige Worte wechseln, laden uns zum Kaffee ein. Dazu geniessen wir das Dessert (Fr. 3.–), ein Caramelköpfli und Vanillecreme. Die Creme hat einen speziellen Geschmack, da sie mit Mohn garniert ist. Der Abend plätschert dahin, während im Saal bereits die besten Fussballer der Welt um die Wette laufen. Erst ein Sommergewitter setzt dem fröhlichen Treiben auf der Terrasse ein Ende. (Der Bund)

Erstellt: 22.06.2014, 11:38 Uhr

Die Rechnung, bitte

Karte: Feines vom Buffet, ansonsten ab kleiner Karte oder für Gruppen auf Bestellung.
Preise: Günstig mit Möglichkeit zu Solidaritätsbeitrag.
Kundschaft: Alternatives Publikum, junge Familien, Aussenstehende, Freunde und Verwandte der Kollektivmitglieder.
Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag und Freitag, 17 bis 0.30 Uhr, mit Kultur, Überraschung oder Apéro.
Adresse: Heitere Fahne – die Idealistenkiste, Dorfstrasse 22/24, 3084 Wabern, kein Telefon, www.dieheiterefahne.ch.

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