Ärztlicher UPD-Direktor vorläufig freigestellt

UPD-Direktorin Regula Mader will nicht mehr mit Professor Werner Strik zusammenarbeiten.

Regula Mader, Direktorin der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern.

Regula Mader, Direktorin der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern. Bild: Franziska Scheidegger

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Ein seit Jahren belastetes Arbeitsverhältnis scheint abrupt beendet zu werden: Regula Mader, die Direktorin der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD), hat das Personal gestern darüber informiert, dass die Zusammenarbeit mit Professor Werner K. Strik, dem ärztlichen Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, gestoppt worden ist.

Auf Anfrage bestätigte Mader, der 54-jährige Strik werde seine Aufgaben in den UPD «bis auf weiteres» nicht mehr wahrnehmen. Heute werde das Personal über die vorläufige Nachfolge Striks informiert. Dieser sei von der Universität Bern angestellt, weshalb man zur «Klärung der weiteren Zusammenarbeit» an die Universitätsleitung gelangt sei. Diese hat dem «Bund» ausrichten lassen, sie gebe zu personellen Angelegenheiten keine Stellungnahme ab. Sie wird letztlich aber über die von der UPD-Geschäftsleitung beantragte Trennung von Strik zu entscheiden haben.

«Schwierige Zusammenarbeit»

Zu den Gründen für Striks Kaltstellung sagte Mader nichts, da ein Verfahren hängig sei. Es ist aber offenkundig, dass viele UPD-Mitarbeitende die Zusammenarbeit mit ihm als «unerträglich» und die ständigen internen Diskussionen und Kontroversen um seine Person – in einem Spital, das die psychiatrische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen muss – als belastend empfinden. Strik sei im persönlichen Umgang «schwierig», und er habe seinen Betrieb stets sehr selbstherrlich geführt.

Werner K. Strik war 1998 als Nachfolger von Wolfgang Böker als ordentlicher Professor für Klinische Psychiatrie nach Bern gekommen. Zuvor war er Vizedirektor an der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg. In Bern kam es schon bald zu «Kompetenzstreitigkeiten und Führungskämpfen» zwischen Striks Klinischer Psychiatrie und der Sozial- und Gemeindepsychiatrie von Hans Dieter Brenner, wie die damalige Direktionspräsidentin Christiane Roth es nannte. Mit dem altersbedingten Rücktritt Brenners wurden diese beiden Dienste 2006 unter Striks Führung zusammengelegt.

Striks temporärer Rücktritt

Im Juni 2007 trat Strik als ärztlicher Direktor aus der UPD-Geschäftsleitung zurück – aus Gründen, die für die Öffentlichkeit diffus blieben. 2009 kehrte er wieder in dieses Gremium zurück, kurz bevor Bruno Guggisberg, der damalige Vorsitzende der Geschäftsleitung, nach Differenzen in diesem Führungsgremium kündigte. Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud (SP) meinte damals zu diesen Differenzen bloss, in einem solchen Betrieb seien «gewisse Spannungen auf Führungsebene» normal.

Auch unter der Interimsleitung von Karl Studer und seit 2011 unter UPD-Direktorin Regula Mader blieb das Arbeitsverhältnis mit Werner Strik aber angespannt. Zwei gegen ihn eingeleitete Verfahren fanden auf Regierungsebene jedoch kein Gehör – bis Regula Mader nun eben entschieden hat, sich «bis auf weiteres» von Strik zu trennen.

Strik: «Nicht korrekt»

Strik seinerseits sagte gestern auf Anfrage, eine «rechtlich korrekte Freistellung» sei bisher nicht erfolgt. Er behalte sich «die notwendigen Schritte zur Wahrung seiner Rechte ausdrücklich vor». Und: Die gestrige Information der UPD-Mitarbeitenden sei von ihm nicht autorisiert worden. Weitere Kommentare gebe er «bis auf weiteres» nicht ab.

In den UPD mit ihren 330 Betten, 135 Tagesklinik-Plätzen und 1264 Mitarbeitenden (893 Stellen) wurden letztes Jahr 3170 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Die Bettenbelegung betrug 96,5 Prozent. (Der Bund)

Erstellt: 20.03.2012, 07:11 Uhr

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