«Absolut überzeugt, dass das Volk den Bedarf erkennt»

Tschäppät ist erleichtert über das Resultat – und zuversichtlich für die Volksabstimmung. Er ist überzeugt, dass sich bauliche Investitionen ins Theater lohnen.

Triumph im Stadtrat: Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP).

Triumph im Stadtrat: Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP).

(Bild: Adrian Moser)

Christoph Lenz@lenzchristoph

In den letzten Tagen ist ein grosser Wirbel um den Kredit fürs Stadttheater entstanden. Haben Sie gezittert?
Zu glauben, dass diese Sache in trockenen Tüchern ist, wäre arrogant gewesen. Aber ich war stets überzeugt, dass es ein gutes Projekt ist, und bin nun erleichtert darüber, dass der Stadtrat das auch so sieht. Bei einer Rückweisung hätten wir extrem schwierige Verhandlungen aufnehmen müssen mit dem Kanton, den Regionsgemeinden, aber auch mit dem Theater, das die kommenden Saisons bereits geplant hat.

War die Aufregung nur ein Sturm im Wasserglas oder doch ein Lehrblätz für Sie?
Wenn Berichte, die nicht für den politischen Prozess gedacht sind, unkommentiert an die Öffentlichkeit gelangen, ist es immer schwierig. Aber zu unserer Kommunikation werden wir uns schon Gedanken machen.

Was wäre ein gescheiterer Weg gewesen?
Vielleicht hätten wir den Gesamtstadtrat rascher informieren müssen. Ob das zur Klärung oder zur Verunklärung geführt hätte, kann ich nicht sagen. Aber nach dem heutigen Resultat ist es mir auch ein bisschen gleich.

In der Debatte waren viele misstrauische Voten zu hören. Wie wollen Sie das Volk von diesem Projekt überzeugen?
Das Volk hat sich schon mehrfach klar zum Stadttheater bekannt. Zuletzt 2011 mit dem klaren Ja zu den Leistungsverträgen. Inzwischen haben wir eine neue Crew, die frischen Wind ins Theater bringt. Diese Crew zeigt, dass sich Investitionen ins Theater lohnen, bauliche und künstlerische. Von daher bin ich absolut überzeugt, dass das Volk erkennt, dass es bei diesem Haus einen dringenden Sanierungsbedarf gibt.

Im September findet die nächste Verzichtsplanung statt. Wollen Sie die Öffentlichkeit darüber informieren, wo beim Projekt gekürzt wird?
Wahrscheinlich lässt sich dazu kaum etwas sagen. Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass im September bereits wesentliche Teile aus dem Projekt gekürzt werden. Vielmehr werden wir regelmässig schauen, wo wir optimieren können. Der Gemeinderat wird aber die zuständige Stadtratskommission laufend über Veränderungen am Sanierungsprojekt informieren. Im Rahmen dieser Gespräche werden wir auch diskutieren, in welcher Form die Information gegen aussen erfolgen soll.

Welche Module realisiert werden und welche nicht, ist also beim Abstimmungstermin im November noch nicht bekannt?
Nein. Zunächst müssen wir jetzt ja mal den Baukredit angehen und Aufträge ausschreiben. Ob wir mit unseren geschätzten Preisen zu hoch oder zu tief liegen, werden wir dann erst in einer zweiten Phase erfahren. Das wird wohl erst im Verlauf des nächsten Jahres klar. In einem derart komplexen Gebäude lassen sich solche Fragen leider nicht auf die Schnelle klären.

Der Bund

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