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15 Massnahmen zum Nachtleben

Der Berner Gemeinderat legt sein Nachtleben-Konzept vor. Dieses sieht 15 Massnahmen vor.

Der Berner Gemeinderat will den Konflikt ums Nachtleben entschärfen. Er hat am Freitag 15 Massnahmen in die Vernehmlassung geschickt, die das Verhältnis zwischen Clubs, Nachtschwärmern und Anwohnern verbessern helfen sollen.

Das «Nachtleben-Konzept» der Stadtregierung war mit Spannung erwartet worden, denn der Konflikt schwelt seit langem. Zuerst berichteten Medien über ein «Clubsterben» in der Altstadt, das eine Folge zunehmender Regelungsdichte sei. Dann klagten Anwohner in den Leserbriefspalten über nächtliche Lärmexzesse.

Zum nationalen Thema wurde das Berner Nachtleben im vergangenen Juni. Mehr als 10'000 junge Leute gingen an einer «Tanz-Demo» auf die Strasse, um lautstark mehr Freiräume einzufordern.

«Die einen wollen Ruhe, die anderen wollen feiern», stellte Sicherheitsdirektor Reto Nause am Freitag vor den Medien fest. Diesen Konflikt zu lösen, sei nicht einfach - zumal der Stadt in massgeblichen Fragen die Hände gebunden seien.

Langfristige Pläne

So werden die gastgewerblichen Vorschriften auf Kantonsebene geregelt. Die Stadtregierung will sich immerhin für flexiblere Öffnungszeiten stark machen. Bis etwas ändert, dürften allerdings Jahre vergehen, wie Nause einräumte.

Dasselbe gilt fürs Thema Lärm, denn hier legt der Bund die Spielregeln fest. Die Stadt könnte das Nachtleben im Zentrum höchstens fördern, indem sie den Pflichtwohnanteil in der oberen Altstadt beseitigt. Vor Klagen lärmgeplagter Anwohner schütze das aber nicht, räumte Stadtpräsident Alexander Tschäppät ein.

Eine eigentliche «Ausgehmeile» zu schaffen kommt für die Stadtregierung sowieso nicht in Frage. «Wir wollen kein Shopping- und Ausgehghetto im Zentrum», sagte Tschäppät. «Nur eine durchmischte Stadt ist eine lebendige Stadt.»

Gegen Gewalt und Verschmutzug

Um Auswüchse des Nachtlebens einzudämmen, schlägt die Exekutive unter anderem mehr nächtliche Putzkolonnen vor und die Erstellung zusätzlicher WC-Anlagen. Das bewährte Security-Konzept für die Obere Altstadt Nord, das zusammen mit Clubbesitzern und Anwohnern erarbeitet wurde, soll auf die ganze Stadt ausgedehnt werden.

Als wichtige Massnahme im Kampf gegen Littering sieht Nause eine Einschränkung des Alkoholverkaufs. Die Stadtregierung plädiert dafür, dass Alkohol ausserhalb von Gastgewerbebetrieben nach 20 Uhr nicht mehr verkauft werden darf. Heute gibt es zum Beispiel im Bahnhof auch spätabends Alkohol zu kaufen.

Für attraktiveres Nachtleben

Das Konzept soll aber nicht nur Bewohner der Altstadt besänftigen, sondern auch den Nachtschwärmern etwas bringen. Die Stadtregierung stellt deshalb zusätzliche Nachtbusse zur Diskussion. Ausserdem möchte sie gerade die Jugendlichen besser informieren über die «Orte ohne Konsumzwang». Der bekannteste davon ist die Reitschule. Sie zieht jedes Wochenende Tausende Besucher an und wurde von Stadtpräsident Tschäppät am Freitag über den Klee gelobt.

«Die Reitschule, so umstritten sie ist, funktioniert hervorragend», stellte Tschäppät fest. Sie habe ein tolles Kulturangebot, verfüge über einen eigenen Sicherheitsdienst und sei ein unentbehrlicher Bestandteil des Berner Nachtlebens. Natürlich gebe es auch «ein paar Idioten», aber die gebe es überall.

Vernehmlassung und Runder Tisch

Die Vernehmlassung zum «Nachtleben-Konzept» des Gemeinderats läuft bis Ende November. Danach will die Stadtregierung die Ergebnisse an einem weiteren Runden Tisch mit allen Betroffenen diskutieren. Das definitive Konzept soll nächsten Frühling vorliegen.

SDA/bs

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