«Für einen Plan B fehlte die Zeit»

Für Stadttheater-Intendant Stephan Märki wurde beim Kubus die Not zur Tugend.

«Es ist aus der Not eine Tugend gemacht.»: Der Intendant von Konzert Theater Bern, Stephan Märki. (Archiv)

«Es ist aus der Not eine Tugend gemacht.»: Der Intendant von Konzert Theater Bern, Stephan Märki. (Archiv) Bild: Manu Friederich

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Herr Märki, eine Ersatzspielstätte auf dem Berner Waisenhausplatz – eine freudige Abwechslung oder müssige Notwendigkeit?
Es ist aus der Not eine Tugend gemacht worden, um an einem Ort mitten in der Stadt sowohl unser Stammpublikum zu erfreuen, um vielleicht auch zu überraschen und mit einem anderen Programm neues Publikum zu gewinnen. Aus der Not machen wir ein Ereignis.

Während dieser Zeit soll das Stadttheater saniert werden. Sind Sie sicher, dass dies nun zeitlich reicht?
Die Planungsverantwortlichen haben uns glaubhaft bestätigt, dass die neue Planung auf solider Grundlage steht.

Drohen noch Einsprachen?
Im Vorfeld wurden durch den Stadtpräsidenten und andere Projektbeteiligte Gespräche mit den Anliegern geführt, so dass wir guten Mutes sind.

Mit den Beizen bestehen keine Konflikte?
Zum jetzigen Zeitpunkt nicht; diese sollen ja auch von der Belebung des Waisenhausplatzes profitieren. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den umliegenden Beizen ein Konzept zu entwickeln, das insbesondere für das Publikum einen Mehrwert bietet.

Gäbe es Alternativstandorte?
Wir haben dieses Projekt in kürzester Zeit entwickeln müssen – für einen Plan B fehlte zuallererst die Zeit. In dieser Situation gibt es für uns kaum einen Alternativstandort, der erfüllen würde, was wir brauchen: Zentrumslage in allen Bedeutungsmöglichkeiten des Wortes.

Die 1,8 Millionen Franken dafür sind da?
Ja. Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen aus der Mietzinsreduktion für das Stadttheater. Wir gehen davon aus, dass wir zudem Sponsoren finden; auch können wir zu geringem Masse eigene Mittel einschiessen und den Kubus während der spielfreien Zeit vermieten. Wenn noch etwas fehlen sollte, fliessen Mittel aus Reserven des Sanierungs­projektes.

Wird es Mehrkosten geben?
Wir gehen nicht davon aus. Das Projekt ist solide kalkuliert, sowohl was die baulichen als auch was die künstlerischen Mittel angeht.

Wenn es mit dem Kubus klappt, kann der bereits einmal verlängerte Zeitrahmen eingehalten werden?
Der Kubus ist ja eine Reaktion auf die Verlängerung der Sanierungsetappen, er dient der Aufrechterhaltung der Spielfähigkeit von Konzert Theater Bern und unserer Einnahmezwänge. Es gilt also umgekehrt: Für diese Sanierungszeit gibt es zum Kubus keine Alternative.

Was heisst das für den Spielbetrieb?
Ab November 2016.

Was bedeutet das Ganze für den Spielbetrieb?
Der Kubus ist unsere Lebensversicherung für die Zeit der Sanierung. Er ist der Garant dafür, dass der Spielbetrieb unseres Vierspartenhauses mit über 500 Mitarbeitenden überhaupt aufrechterhalten werden kann.

Hat die Stadt, die ja für die Verschiebung des Zeitplans verantwortlich war, bei diesem Projekt geholfen?
Ja. Die Stadt, besonders der Stadtpräsident, hat sich mit Engagement und Einsatz für die Realisierung des Kubus eingesetzt. (Der Bund)

Erstellt: 21.05.2015, 06:40 Uhr

Bildstrecke

So sieht das provisorische Stadttheater aus

So sieht das provisorische Stadttheater aus Der Umbau im Stadttheater dauert länger als geplant. Nun soll auf dem Waisenhausplatz für sechs Monate ein Provisorium entstehen.

Artikel zum Thema

Stadttheater will auf den Waisenhausplatz

Da die Renovierung des Stadttheaters länger dauert als geplant, will das Konzert Theater Bern ein Provisorium auf dem Berner Waisenhausplatz errichten. Mehr...

Der lange Weg zum Stadttheater-Baustart

Nach Ostern geht die Sanierung des Berner Stadttheaters so richtig los. Dank dem Verzicht auf die Sanierung der Personalräume gibt es sogar wieder finanziellen Spielraum. Stadtbaumeister Thomas Pfluger geht davon aus, dass es zu keiner weiteren Verzögerung mehr kommt. Mehr...

Stadttheater-Sanierung: Zweite Etappe beginnt

Im Stadttheater Bern beginnt am Osterdienstag die zweite Bauphase. Mehr...

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Montag bis Samstag die besten Beiträge aus der «Bund»-Redaktion. Jetzt kostenlos abonnieren!

Kommentare

Werbung

Immobilien

Die Welt in Bildern

Ganz schön hart: Zwei Männer trainieren am Strand von Vina del Mar in Chile (19. September 2017).
(Bild: Rodrigo Garrido) Mehr...