Stadt Bern budgetiert 14 Millionen Überschuss

Die Stadt Bern rechnet in ihrem Budget für das kommende Jahr mit einem Überschuss von gut 14 Millionen Franken. Dieser soll mithelfen, anstehende Investitionen zu tätigen.

Äufnet das städtische Sparschwein für Investitionen in die Infrastruktur: Finanzdirektor Michael Aebersold (SP). Archivbild: Andreas Blatter

Äufnet das städtische Sparschwein für Investitionen in die Infrastruktur: Finanzdirektor Michael Aebersold (SP). Archivbild: Andreas Blatter

Seit längerem ist bekannt, dass die Stadt Bern dringende Investitionen in ihre Infrastruktur tätigen muss, namentlich in Schulen und Sportanlagen. Das Budget für das kommende Jahr rechnet mit rund 163 Millionen Franken Investitionen. Davon dürften rund 115 Millionen tatsächlich realisiert werden, wie die Berner Stadtregierung in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt.

«Vertretbare Neuverschuldung»

Aus eigener Kraft kann die Stadt rund 80 Millionen Franken stemmen. Dies führt zu einer Neuverschuldung in der Grössenordnung von 30 Millionen Franken. Dies hält der Stadtberner Gemeinderat für vertretbar.

Die Stadtregierung zeigt sich überzeugt, dass sie den Finanzhaushalt trotz der anstehenden hohen Investitionen in den nächsten Jahren im Gleichgewicht halten kann. Das Budget für 2020 rechnet mit einer unveränderten Steueranlage bei Einnahmen und Ausgaben von rund 1,3 Milliarden Franken.

Der geplante Überschuss von 14,2 Millionen Franken soll in die Spezialfinanzierung «Schulbauten» einfliessen. Dies, um die künftigen Jahresrechnungen von Abschreibungen zu entlasten, wie der Gemeinderat ausführte. Da die Spezialfinanzierung «Schulbauten» bereits maximal gefüllt ist, wird das Stadtparlament eine Änderung des entsprechenden Reglements beraten.

Leistungen werden ausgebaut

Gegenüber dem Vorjahresbudget hat die Stadt auch für 5,1 Millionen Franken neue Aufgaben und einen Leistungsausbau von 10,4 Millionen Franken einberechnet. Für eine Million werden Leistungen abgebaut.

Netto werden mit dem Geld 27,4 neue Stellen geschaffen. Den Stellenausbau begründet der Gemeinderat mit dem Stadtwachstum. So brauche es beispielsweise für die Verwaltung und Betreuung neuer Infrastrukturen wie Schulhäuser Personal. Auch für die Planung, Projektierung und Umsetzung von Projekten braucht die Stadt mehr Kapazitäten.

Im März 2018 hatte die Stadtregierung bekannt gegeben, sie wolle über 50 Stellen schaffen, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten zu können. Die Ausbaupläne wurden heftig kritisiert, namentlich von den Mitte-Rechts-Fraktionen des Stadtparlaments. Schliesslich krebste der Gemeinderat etwas zurück und stellte lediglich 40 Stellen im Budget 2019 ein.

Mehr Erträge aus Liegenschaftssteuern

Im Voranschlag 2020 rechnet die Stadt Bern mit Mehreinnahmen bei den Steuern. Bei den natürlichen Personen ist es ein Plus von rund 10,5 Millionen Franken, bei den juristischen Personen sind es 1,9 Millionen Franken.

Die amtliche Neubewertung der Liegenschaften beschert der Stadt zusätzliche Steuererträge von 21,5 Millionen Franken. Insgesamt wächst der Steuerertrag gegenüber dem Vorjahresbudget um 33,3 Millionen Franken.

Noch ausstehend ist ein Bundesgerichtsentscheid zu einer Beschwerde der Stadt gegen ein durch den Kanton verabschiedetes Dekret zur Neubewertung der Liegenschaften. Dringt die Stadt durch, kann sie mit weiteren Mehreinnahmen rechnen.

SDA

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