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Sommerliche Freinächte auf Berner «Pläfe»

Ab Juni ist die Münsterplattform rund um die Uhr offen. Kritiker befürchten endlose Partynächte.

In einem fünfmonatigen Pilotversuch soll ausgelotet werden, ob die Münsterplattform die ganze Nacht über als Freiraum zur Verfügung gestellt werden soll.
In einem fünfmonatigen Pilotversuch soll ausgelotet werden, ob die Münsterplattform die ganze Nacht über als Freiraum zur Verfügung gestellt werden soll.
Adrian Moser

Die ganze Nacht auf der «Pläfe» rumtigern und der Aare beim Fliessen zusehen? Bald geht das. Nach jahrelangem Ringen um längere Öffnungszeiten ist es nun entschieden: In einem fünfmonatigen Pilotversuch soll ausgelotet werden, ob die Münsterplattform die ganze Nacht über als Freiraum zur Verfügung gestellt werden kann, ohne dass es zu viele negative Begleiterscheinungen gibt. Der Berner Stadtrat hat letzte Woche eine entsprechende Motion für erheblich erklärt. Konkret sei geplant die Plattform vom 1. Juni bis 30. Oktober 2019 rund um die Uhr zu öffnen, wie Christoph Schärer, Leiter Stadtgrün, sagt. «Wir werden eine Firma beauftragen, die den Versuch begleitet», erklärt Schärer weiter. «Auch zu Polizei und Pinto suchen wir den Kontakt.» Pinto wird bei Bedarf die Münsterplattform in ihre Runden aufnehmen.

Widerstand regt sich

Der Vorstoss der Fraktionen FDP/JF, GB/JA, GLP und GFL/EVP wird von SP und Freier Fraktion unterstützt. Die CVP/BDP-Fraktion ist uneins, die SVP geschlossen dagegen. Bis 1 Uhr früh sei die Münsterplattform ja offen, das reiche, heisst es vonseiten der SVP. Endlose nächtliche Partys seien eine Zumutung für die Anwohner. Niemand wolle bei sich um die Ecke Randständige, Drögeler und Leute ohne Manieren, die einem den Schlaf raubten und die Gegend verschmutzten. Gegen die nächtliche Öffnung hat sich auch die Dachorganisation Vereinigte Altstadtleiste ausgesprochen. Die Münsterbauleitung könnte einem Pilotversuch nur dann zustimmen, wenn durchgehend eine Doppelpatrouille die Plattform überwachen würde.

Die Stadtregierung sei offen für einen Versuch, nehme die Bedenken aber ernst, sagt SP-Gemeinderätin Ursula Wyss. Der Test werde genau ausgewertet. In aller Regel gehe die Berner Bevölkerung verantwortungs- und rücksichtsvoll mit dem öffentlichen Raum um. Der Stadtrat überwies die Motion mit 52 zu 9 Stimmen.

Geschlossen wegen Drogen

Die Münsterplattform wird seit 1983 nachts geschlossen. Der Gemeinderat reagierte damals vor allem auf den grassierenden Drogenkonsum auf der «Pläfe». 36 Jahre später sei es höchste Zeit zu überprüfen, ob die Regelung noch nötig sei, sagte der Jungfreisinnige Thomas Berger. Er ist es auch, der die Motion für eine 24-Stunden-Öffnung miteingereicht hat. Es sei nicht sinnvoll, einen Freiraum der Allgemeinheit zu entziehen, nur weil sich Einzelne nicht an die Regeln hielten. Weitere Befürworter weisen darauf hin, dass es sich bloss um einen Versuch handle.

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