«Solothurn ist unternehmensfreundlicher als Bern»

Trotz abgelehnter Steuersenkung hält Ypsomed an der Verlagerung von 110 Stellen nach Solothurn fest.

Nachdem der Kanton Solothurn eine Steuersenkung für Firmen abgelehnt hat, muss Ypsomed in Solothurn fast gleich viele Steuern zahlen wie im Kanton Bern. Trotzdem hält CEO Simon Michel an der Verlagerung von Stellen nach Burgdorf fest.

Nachdem der Kanton Solothurn eine Steuersenkung für Firmen abgelehnt hat, muss Ypsomed in Solothurn fast gleich viele Steuern zahlen wie im Kanton Bern. Trotzdem hält CEO Simon Michel an der Verlagerung von Stellen nach Burgdorf fest.

(Bild: Raphael Moser)

Noah Fend@noahfend

«Enttäuschend» sei das Nein zur Steuererleichterung für Firmen im Kanton Solothurn, sagt Ypsomed-Chef Simon Michel. Eine entsprechende Vorlage fand beim Solothurner Stimmvolk am Sonntag überraschend keine Mehrheit.

Trotz der Enttäuschung hält Michel aber daran fest, den Standort Solothurn auszubauen. Wie geplant werden 110 Stellen von Burgdorf nach Solothurn verschoben. «Der Umzug findet wie angekündigt statt», sagt Michel. Erst im vergangenen November hatte Ypsomed angekündigt, diese Verschiebung zu prüfen. Damals als Reaktion auf die abgelehnten Steuersenkungen im Kanton Bern. Nur: Mit der abgelehnten Steuersenkung ist der Unterschied bei den Unternehmenssteuern zwischen den Kantonen Solothurn und Bern nur noch sehr gering.

Hoffen auf Staf-Umsetzung

«Das politische Umfeld im Kanton Solothurn ist unternehmensfreundlicher als im Kanton Bern», sagt Michel. Zwar gebe es in Bern viele, die den Einsatz der Unternehmen schätzten. «Die Mehrheit, insbesondere die politisch dominierende Stadt Bern, will lieber umverteilen», so Michel. Dies wird sich laut seiner Einschätzung längerfristig auch nicht ändern.

«Im Kanton Solothurn ist dies trotz enttäuschendem Ergebnis am Sonntag anders», sagt Michel. Weil das Kantonsparlament der Steuerreform der solothurnischen Regierung mit fast 70 Prozent zugestimmt hatte und an der Urne am Sonntag nur rund 2000 Stimmen fehlten, sieht er der Zukunft von Ypsomed in Solothurn positiv entgegen. «Der Kanton Solothurn will über alle Parteien hinweg eine Lösung finden.» Dies umso mehr, als am Wochenende die eidgenössische Steuerreform und AHV-Finanzierung angenommen wurde und die Gesetze dementsprechend auch auf kantonaler Ebene angepasst werden müssen. «Wir werden die Situation weiter beobachten und die Umsetzungsverordnungen abwarten», sagt Michel.

Nicht nur wegen der Steuern

Anders als man dies nach der Bekanntgabe der Verlagerungspläne letzten November noch hätte vermuten können, sind die potenziell tieferen Steuern in Solothurn nicht der einzige Grund für die Verschiebung der Arbeitsplätze. «Die Verlagerung ist primär organisatorisch bedingt», sagt Michel. Ypsomed habe im letzten Geschäftsjahr in der Schweiz 100 neue Stellen geschaffen, dieses Jahr sollten weitere 100 dazukommen. «In Solothurn verfügen wir über freie Bürokapazitäten, die wir jetzt nutzen.»

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