Silvesterdemo blieb ohne Zwischenfälle

Rund 200 Linksaktivisten haben in der Silvesternacht in der Stadt Bern demonstriert. Es blieb friedlich, jedoch wurden kämpferische Ansagen gemacht.

Rund 200 Personen aus dem linksautonomen Umfeld haben in der Silvesternacht in Bern demonstriert.

Rund 200 Personen aus dem linksautonomen Umfeld haben in der Silvesternacht in Bern demonstriert.

(Bild: Keystone)

In der Silvesternacht zogen rund 200 Personen aus dem linksautonomen Umfeld durch die Stadt Bern. Unter dem Motto «Unregierbar bleiben – kein Gesetz hält uns auf» wollte der Demonstrationszug auf verschiedene Anliegen aufmerksam machen. Die Berner Kantonspolizei hat ihr Dispositiv aufgrund dieser Protestaktion verstärkt und begleitete diese.

Laut der Polizei kam es dabei zu keinen grösseren Zwischenfällen. Kurz nach 1 Uhr schreibt sie auf Twitter: «Die unbewilligte Demo hat sich nach Mitternacht bei der Schützenmatte aufgelöst.» Der Umzug, der durch Teile der Altstadt führte, habe sich auf den Verkehr ausgewirkt. Zudem seien Pyros und Knallkörper gezündet worden.

Fortsetzung folgt?

In derselben Nacht wurde auch von den Organisatoren ein Statement veröffentlicht. Auf der Facebookseite der Anarchistischen Gruppe Bern wurde ein «selbstkritisches Fazit» gezogen. So heisst es im Schreiben, dass teilweise fahrlässig mit Feuerwerk umgegangen worden sei. Es lässt sich vermuten, dass es nicht die letzte Protestaktionen in einer Neujahrsnacht gewesen sein dürfte. Die Veranstalter schreiben: «Es war ein erster Versuch in Bern eine Silvesterdemo zu organisieren.»

Die Stimmung der Demonstrationsteilnehmenden wird von den Veranstaltern als «feierlich und kämpferisch» beschrieben. In dieser Gefühlslage marschierte der Demonstrationszug vom Bubenbergplatz durch die Bundesgasse auf den Bundesplatz. Das Bundeshaus dabei von der Polizei abgeschirmt. Weiter ging es vom Casinoplatz durch die Markt- und Spitalgasse und via Bollwerk in die Aarbergergasse. Vom Waisenhausplatz liefen die Protestierenden dann zum Vorplatz der Reitschule, wo sich die Demonstration auflöste.

«Lassen uns nicht einschüchtern»

Die Demonstrierenden protestierten gegen mehrere Dinge. So nennen die Veranstalter zum Beispiel das neue Polizeigesetz, das zum Jahreswechsel in Kraft getreten ist. «Wir wollen klarmachen, dass uns dieses nicht einschüchtern kann», heisst es in der Mitteilung. Zudem wurde auf dem Waisenhausplatz dem 20-jährigen Berner gedacht, der vor einem Jahr auf einer Polizeiwache verstorben ist.

Weiter beklagen die Veranstalter das Verschwinden von Freiräumen und nennen Fabrikool in der Länggasse oder aber auch Zwischennutzung der Familie Osterhase in Ostermundigen als Beispiele. Im neuen Jahr solle sich das jedoch ändern. «2020 wollen wir aus dieser Defensive herauskommen und neue Räume erkämpfen.»

mer

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