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Schulknatsch in Thörishaus

Die Gemeinde Köniz will das Schulhaus in Thörishaus nicht mehr mit­finanzieren. Es steht auf Neuenegger Boden.

Im Kanton Bern unterrichten zahlreiche Schulen Kinder aus einer Nachbargemeinde.
Im Kanton Bern unterrichten zahlreiche Schulen Kinder aus einer Nachbargemeinde.
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Seit gut 100 Jahren betreiben die Gemeinden Köniz und Neuenegg ein gemeinsames Schulhaus, denn die Grenze zwischen den beiden Nachbargemeinden verläuft mitten durch das Dorf Thörishaus. Doch nun will der Gemeinderat von Köniz sparen und kündigt per Sommer 2024 den Vertrag mit Neuenegg, der die Zusammenarbeit regelt.

Der Könizer Gemeinderat hofft, damit jährlich rund 100'000 Franken Infrastrukturkosten zu sparen. So viel Sparpotenzial sieht er gemäss seiner im April publik gemachten Aufgabenüberprüfung. Es handelt sich laut Gemeinderat Thomas Brönnimann (GLP) um eine Sparmassnahme, die der Gemeinderat in eigener Kompetenz umsetzen kann. Es sei etwa die vierte, die dem Plan der Aufgabenüberprüfung folge, sagt Brönnimann.

Streit um Grundbucheintrag

In Neuenegg ist man über den Brief aus Köniz nicht gerade erfreut. Denn die Gemeinde muss das Thörishauser Schulhaus Stucki nun allein tragen. Stehen Investitionen an, muss Neuenegg sie selber finanzieren. «Nach all den Jahren sind wir vor vollendete Tatsachen gestellt worden», sagt Gemeindepräsident René Wanner (SVP). Er sei «enttäuscht».

Dass Köniz mit dem bisherigen Vertrag nicht mehr zufrieden war, wusste wohl auch Wanner. Der Kündigung ging nämlich ein Streit zwischen den beiden Gemeinden voraus. Köniz hätte als Miteigentümer des Schulhauses ins Grundbuch eingetragen werden wollen. Doch die Verhandlungen scheiterten laut Wanner Anfang Jahr.

Für die Schüler und Schülerinnen, die in Thörishaus auf Könizer Boden wohnen, soll sich nichts ändern. Köniz will sie weiterhin ins Stucki-Schulhaus schicken, wie die Gemeinde in ihrer Medienmitteilung schreibt. Und auch für Wanner ist klar, dass die Kinder weiterhin willkommen sind. «Obwohl Thörishaus politisch getrennt ist, ist es ein Dorf», sagt er. Für ihn ist es ein Neuenegger Dorf.

Kinder bleiben willkommen

Tatsächlich müssen sich Thörishauser Eltern keine Sorgen darüber machen, wo ihre Kinder in fünf Jahren zur Schule gehen können. Sowohl Neuenegg als auch Köniz sind Mitglieder des Fachausschusses für Schulfragen in der Region Bern. Durch dieses Gremium ist geregelt, dass die beiden Gemeinden gegenseitig Schüler voneinander aufnehmen.

Im Kanton Bern unterrichten zahlreiche Schulen Kinder aus einer Nachbargemeinde. Von den 460 Schulen im Kanton täten dies schätzungsweise die Hälfte der Schulen, sagt Ueli Dürst vom kantonalen Volksschulamt. Zu welchen Bedingungen die Schulen die fremden Kinder unterrichten, müssten die Gemeinden aber selbst untereinander aushandeln. Der Kanton gebe dazu lediglich Empfehlungen ab. An diese hält sich auch Neuenegg, wenn die Gemeinde Rechnung für die Könizer Kinder in Thörishaus stellt.

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