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«Schläger von Schüpfen» beschwert sich

Der Anwalt von Igor L. hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Beschwerde eingereicht.

Igor L. sass beinahe fünf Jahre im Gefängnis, bevor er behandelt wurde.
Igor L. sass beinahe fünf Jahre im Gefängnis, bevor er behandelt wurde.
Valérie Chételat

Igor L. wurde 2010 als «Schläger von Schüpfen» schweizweit bekannt. Das nachdem er einen Wirt mit einem Aschenbecher verprügelt hatte. 2011 wurde er vom Berner Obergericht zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Laut einem Gutachten leide Igor L. an einer Persönlichkeitsstörung und weise paranoide und schizophrene Züge auf. Deshalb wurde seine Haft zu Gunsten einer Therapiemassnahme aufgeschoben. Diese konnte er jedoch erst vor einem halben Jahr antreten, nachdem er beinahe fünf Jahre im Gefängnis sass. In der Schweiz warten 300 psychisch kranke Straftäter auf einen Therapieplatz.

Julian Burkhalter, der Anwalt von Igor L., hat nun beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Beschwerde eingereicht, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Darin werde das Vorgehen der Behörden kritisiert. Das Verfahren beim Entlassungsgesuch hätte zu lange gedauert, Igor L. sei in einer ungeeigneter Anstalt untergebracht und gefoltert worden. Laut der «Sonntagszeitung» habe sich Igor L. in vergangenen Verhandlungen darüber beklagt, dass er in verschiedenen Gefängnissen misshandelt worden sei. Man habe ihn stundenlang nackt an die Wand gekettet, tagelang in Hand- und Fussfesseln gehalten und ihm den Gang zur Toilette verwehrt.

Anwalt Burkhalters Hoffnungen auf die Beschwerde sind bescheiden. «Für uns wäre bereits ein Eintreten des EGMR ein Erfolg», sagt er der «Sonntagszeitung».

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