Saudiarabien saniert die alte Botschaft

Lange war das Haus im Berner Kirchenfeld ungenutzt. Nun haben die Saudis neue Pläne.

Die nicht denkmalgeschützte mehrstöckige Liegenschaft an der Kramburgstrasse 12 steht seit längerem leer.

Die nicht denkmalgeschützte mehrstöckige Liegenschaft an der Kramburgstrasse 12 steht seit längerem leer.

(Bild: Google Maps)

Simon Wälti

Kürzlich weilte Bundespräsident Ueli Maurer (SVP) zur Beziehungspflege in Saudiarabien. Dabei ging es um den «finanzpolitischen Dialog», wie bekannt gegeben wurde. Dabei traf Maurer auch den Kronprinzen Muhammad bin Salman in dessen Büro, ungeachtet der Tatsache, dass dieser für die Ermordung des Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi in Istanbul vor gut einem Jahr verantwortlich gemacht wird.

Die saudische Botschaft in Bern vermeldete den Empfang Maurers beim Kronprinzen und schrieb auf Twitter: «Dabei wurden verschiedene Gebiete der Zusammenarbeit, insbesondere in den politischen und wirtschaftlichen Bereichen, erörtert.»

Umzug im Jahr 2007

Dass Saudiarabien die Beziehungen zur Schweiz hoch gewichtet, zeigt das aktuelle Baugesuch für Sanierung und Ausbau eines Hauses im Kirchenfeld in Bern. Das Königreich braucht für seine Botschaftsangehörigen mehr Arbeitsplätze. Die nicht denkmalgeschützte mehrstöckige Liegenschaft an der Kramburgstrasse 12 steht seit längerem leer. Sie diente früher dem Königreich als Botschaftsgebäude.

Seit 2007 befindet sich die Botschaft in einer als schützenswert eingestuften Villa an der Kirchenfeldstrasse 64. Diese stand ihrerseits während rund zwanzig Jahren leer, bevor sie umgebaut und bezogen wurde. Zudem verfügt Saudiarabien über ein Haus am Lombachweg als standesgemässe Residenz für den Botschafter. Das Anwesen befindet sich gleich unterhalb der von China gekauften und umgebauten Villa Bomonti.

Kosten von drei Millionen

Das Haus an der Kramburgstrasse soll mit einer drei Meter hohen Zaunanlage geschützt werden. Es soll für administrative Zwecke ohne Publikumsverkehr dienen, wie aus dem Baugesuch hervorgeht. Vorgesehen ist auch eine Videoüberwachung, die aber den öffentlichen Strassenraum nicht einschliesst. Das Erscheinungsbild des Hauses in der Wohnzone bleibe erhalten. Eine spätere Rückführung zu Wohnzwecken sei gewährleistet.

Neu wird eine Einstellhalle mit rund 10 Autoabstellplätzen eingerichtet. Im Keller sind zudem ein Server- und ein Aktenvernichtungsraum vorgesehen. Die Baukosten belaufen sich nach den Angaben im Baugesuch auf drei Millionen Franken.

Magerwiese statt Parkplatz

Um dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis zu genügen, wird ein Pförtnerhaus errichtet, mit dem sich die Bruttogeschossfläche neu auf 540 Quadratmeter beläuft. Die Saudis wollen nach den Plänen auch die Umgebung aufwerten. So wird es eine Magerwiese geben, verschiedene Bäume wie Felsenbirne und Forsythien werden angepflanzt. Auch ein Apfelbaum soll den Umschwung verschönern, der heute vornehmlich als Parkplatz genutzt wird.

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