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Rot-Grün mit Plan, Bürgerliche noch lahm

Im Unterschied zu früheren Wahlen ist der zweite SP-Sitz im Berner Gemeinderat nicht mehr sicher. Um angreifen zu können, müssten die Bürgerlichen aber eine breite Allianz schmieden.

Noch bevor die Mehrheit der Wähler realisiert hat, dass im Oktober Nationalratswahlen sind, bereitet Rot-Grün-Mitte (RGM) in der Stadt Bern bereits die Gemeinderatswahlen 2020 vor.

Dabei gibt es gar nicht allzu viel zu klären, denn dieses Bündnis hat sich bei Wahlen seit über einem Vierteljahrhundert bewährt. Zudem ist davon auszugehen, dass mit Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL), Franziska Teuscher (GB) und Michael Aebersold (SP) drei Bisherige wieder antreten. Zu klären gibt es einzig die Frage, wer als Nachfolgerin der abtretenden Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) antreten wird.

Im Unterschied zu früheren Wahlen ist diese Person allerdings nicht «automatisch» gewählt. Denn die Bürgerlichen könnten den zuletzt verlorenen zweiten Sitz im fünfköpfigen Gemeinderat zurückerobern, falls die Allianz Bürgerlich-Grün-Mitte (BGM) von SVP bis GLP zustande kommt. Angesichts der grünen Welle in der Politik ist es möglich, dass dies auf Kosten der SP-Newcomerin geht.

Trotzdem ist das Interesse in der SP an einer Nomination hoch: Mit Giovanna Battagliero, Ursula Marti und Marieke Kruit gehören bereits drei altgediente Genossinnen zum Kreis der potenziellen Wyss-Nachfolgerinnen. Eine SP-interne Kommission ist seit letztem Frühjahr im Gespräch mit Interessentinnen.

Bürgerliches Taktieren

Von solch generalstabsmässiger Planung ist auf bürgerlicher Seite nichts zu spüren. Hier ist man von einer gemeinsamen Strategie noch weit entfernt. Dabei ist allen bürgerlichen Parteien klar, dass der zweite Sitz im Gemeinderat nur mit einem breiten Bürgerlich-Grün-Mitte-Bündnis zurückerobert werden kann.

Der Einzige aber, der das offen sagt, ist SVP-Präsident Thomas Fuchs – weil er weiss, dass seine Partei kaum Chancen auf einen Exekutivsitz hat. FDP und GLP hingegen sind noch am Taktieren und am Überlegen, was ihnen selber am meisten nützt. Erst nach den Nationalratswahlen wird sich zeigen, ob Partei-Egoismen und persönliche Ambitionen die Chance auf eine ausgeglichenere Zusammensetzung des Gemeinderates zunichtemachen.

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