Reitschule ärgert sich über Polizeieinsatz

Personen, die einen Polizeieinsatz auf der Schützenmatte gefilmt hatten, wurden festgenommen. Wie der Vorfall ablief, schildern Polizei und Reitschule unterschiedlich.

Zwei Welten: Wieder schätzen Polizei und Reitschule eine «Aktion gegen den Betäubungsmittelhandel» auf der Schützenmatte völlig unterschiedlich ein.

Zwei Welten: Wieder schätzen Polizei und Reitschule eine «Aktion gegen den Betäubungsmittelhandel» auf der Schützenmatte völlig unterschiedlich ein.

(Bild: Dominik Galliker (Symbolbild))

Christian Zellweger@@chzellweger

Hat die Berner Kantonspolizei am Mittwoch zwei Personen festgenommen, weil sie eine andere Festnahme filmten? Dies kritisierte zumindest die Reitschule am Donnerstag in einem Beitrag auf Facebook. Eine Person habe auf dem Trottoir der Neubrückstrasse eine Festnahme mit ihrer Kamera «dokumentiert». Obwohl der Polizeieinsatz «in keiner Weise» gestört worden sei, hätten drei Zivilpolizisten die entsprechende Person angehalten und in Handschellen abgeführt. Eine weitere Person sei später am Waisenhausplatz angehalten worden. Die Polizei wirft ihr gemäss Beitrag vor, vom Dach der Reitschule gefilmt zu haben – die Reitschule schreibt, es handle sich um die Terrasse der Wohnung in der Reitschule. Die betreffende Person habe sich in der Folge auf dem Polizeiposten entkleiden müssen, zudem sei ihre Bankkarte, die sie anstelle eines Ausweises abgab, einbehalten worden.

In einer Medienmitteilung bestätigt die Polizei den Einsatz. Die Einsatzkräfte hätten wiederholt festgestellt, dass sie bei der Arbeit gefilmt oder fotografiert wurden. Als sie einen Filmenden kontrollieren wollten, sei dieser geflüchtet, eine weitere Person habe dessen Anhaltung behindern wollen und sei dabei tätlich geworden. Beide Männer seien auf eine Wache gebracht worden. Später habe man vor der Polizeiwache Waisenhaus mehrere Personen gesichtet, «die teils systematisch Aufnahmen von Mitarbeitenden der Kantonspolizei Bern und von Einsatzfahrzeugen machten».

Die Personen seien kontrolliert, zwei Personen auf die Wache gebracht worden, «da sie sich entweder nicht ausweisen wollten oder der Verdacht bestand, dass sie sich Zugang zum Polizeiareal verschafft gehabt hatten». Der Einsatz sei Teil einer «gezielten Aktion gegen Betäubungsmittelhandel» gewesen. Zwei Männer hätten den Einsatzkräften «im Verlauf des Abends aktiv Betäubungsmittel zum Kauf angeboten». Vier Männer seien angehalten, 34 Gramm Kokain, kleine Mengen Marihuana sowie gegen 700 Franken Bargeld sichergestellt worden.

Die Reitschule kritisiert in einem Schreiben, dass die Kantonspolizei systematisch gegen filmende Personen vorgehe. Sie spricht von Schikanen gegen Reitschüler, die sich friedlich verhalten hätten. Die Reitschule wiederholt auch ihre Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungsinstanz.

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