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Zollikofen streicht Betreuung während Schulferien

Das Parlament hat sich gegen die definitive Einführung der Ferienbetreuung ausgesprochen. Das Angebot wurde kaum genutzt.

Das Schulhaus Steinibach in Zollikofen. (Archiv)
Das Schulhaus Steinibach in Zollikofen. (Archiv)
Adrian Moser

Für berufstätige Eltern entsteht während der Schulferien nicht selten eine Betreuungslücke. Aktuell bieten im Kanton Bern deshalb 20 Gemeinden eine Ferienbetreuung an, darunter auch die Stadt Bern mit der Ferieninsel. Zollikofen dagegen will sein Angebot nicht aufrechterhalten. Der Grosse Gemeinderat beschloss gestern Abend ohne Gegenstimmen, auf eine definitive Einführung zu verzichten.

Das Hauptargument: Das eigentlich als sinnvoll erachtete Angebot fand zu wenig Anklang. Die Mindestzahl von Schülern für eine Durchführung wurde kaum je erreicht. Gemeinderätin Sabine Huber-Spari (FDP) sagte, die Erfahrungen seien ernüchternd. Obwohl man sich intensiv bemüht habe, sei die Resonanz sehr bescheiden geblieben.

Zollikofen ist kein Einzelfall: Auch in Münchenbuchsee wurde das Angebot nach der Pilotphase gestrichen. Das Angebot in der Gemeinde Wohlen hatte ebenfalls nicht lange Bestand. In Zollikofen waren die Kosten pro Tag zwischen 30 und 85 Franken abgestuft, abhängig vom Einkommen der Eltern. Die Verpflegung kostete zusätzlich elf Franken pro Tag. Das Angebot ging auf eine Volksmotion aus dem Jahr 2012 zurück, die vom Grossen Gemeinderat klar angenommen worden war.

Zu den Initiantinnen gehörte die frühere SP-Grossrätin Eva Baltensperger, die bis Ende 2009 auch im Parlament von Zollikofen politisierte. Es sei schwierig, wenn ein Angebot in der Schwebe sei, sagte sie gestern auf Anfrage zum Parlamentsentscheid. «Die Eltern brauchen eine Lösung, auf die sie sich verlassen können.» «Ich erwarte, dass die Behörden wach bleiben und bei steigendem Bedarf von sich aus wieder aktiv werden.» Eine Möglichkeit sei etwa eine Vereinbarung mit Nachbargemeinden.

Denkbar ist zudem, dass sich die Ausgangslage ändert, denn der Kanton plant eine finanzielle Unterstützung der Ferienbetreuung in den Gemeinden im Umfang von 30 Franken pro Kind und Tag. Der Kanton geht von Normkosten von 100 Franken pro Kind und Tag aus. Die notwendige Änderung des Volksschulgesetzes soll im März 2018 im Grossen Rat behandelt werden. Bedingung für die Unterstützung ist jedoch, dass sich die Gemeinden mindestens im selben Umfang an den Kosten beteiligen.

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