Wenn die Maschinen nicht mehr fliegen

Experten äussern sich zurückhaltend zum möglichen Grounding von Skywork. Im schlimmsten Fall sehen Kunden ihr Geld nie wieder.

Ob Kunden für gebuchte Tickets ihr Geld zurückbekommen würden, bleibt offen.

Ob Kunden für gebuchte Tickets ihr Geld zurückbekommen würden, bleibt offen. Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Starten die Skywork-Maschinen im November überhaupt? Wenn nein: Erhalten die Kunden ihr Geld zurück? Bei der Airline heisst es, man werde derzeit von Medienanfragen überhäuft und könne diese Fragen nicht beantworten. Auch angefragte Aviatikexperten wollen sich dazu nicht äussern: Man müsste spekulieren, ausserdem seien dies primär rechtliche Fragen.

Einer, der sich mit Groundings auskennt, ist Karl Wüthrich. Der Zürcher Anwalt betreut mit seinem Team seit über fünfzehn Jahren die Liquidation der Swissair. Er nennt verschiedene Optionen – darunter den besten und den schlimmsten Fall. Im besten Fall könne Skywork binnen angezeigter Frist beweisen, dass die Finanzierung zustande kommt. Ein Grounding kommt dann nicht infrage, die Airline könnte normal weiterfliegen und das Problem der Rückvergütung stellt sich gar nicht. Im schlimmsten Fall verfüge die Fluggesellschaft über kein Geld mehr. In diesem Fall werde sie eine Bilanz beim Richter deponieren und die Eröffnung des Konkurses beantragen. Je nach Höhe der Konkursmasse sehen die Gläubiger ihr Geld nie wieder.

Kritik vom Konsumentenschutz

Welches Szenario für Skywork zutreffen wird, ist noch offen. Hinter vorgehaltener Hand heisst es, in der Kasse müsse ein grosses Loch klaffen, wenn das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) die Flugbewilligung entziehen wolle. Skywork-Mediensprecherin Karin Münger sagt, man sei auf der Suche nach Geldgebern. Dabei setze man auf die «grosse Verbundenheit» der Kunden.

Die vom «Bund» angefragten Konsumentenschützer wollen sich zum konkreten Fall nicht äussern. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung Konsumentenschutz Schweiz, kritisiert aber die mangelnde Absicherung der Fluggesellschaften für solche Fälle. «Wir fordern schon lange: Sie sollen sich versichern, damit im Falle der Insolvenz die Geschädigten nicht leer ausgehen.» (Der Bund)

Erstellt: 17.10.2017, 19:53 Uhr

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