Verdichtung in Köniz: Bauherr kommt Bewohnern entgegen

Der Neubau einer Siedlung in Köniz soll «sozialverträglich» gestaltet werden. Der Liebefeld-Leist ist zufrieden.

In Köniz-Liebefeld soll eine ganze Siedlung neu entstehen.

In Köniz-Liebefeld soll eine ganze Siedlung neu entstehen.

(Bild: Valérie Chételat)

Adrian M. Moser@AdrianMMoser

Die Ankündigung hatte im vergangenen Winter im Könizer Liebefeld Angst und Skepsis ausgelöst: Das Zürcher Immobilien-Unternehmen HIG will am Thomasweg eine ganze Überbauung aus den 60er-Jahren mit mehr als 140 Wohnungen abreissen und ersetzen. Die Gemeinde will das Land aufzonen, sodass künftig rund doppelt so viel Bruttogeschossfläche zulässig wäre wie heute. Heutige Bewohner befürchten, dass sie sich die neuen Wohnungen nicht mehr leisten können. Bereits im März hat der HIG-Geschäftsführer an einer Informationsverantsaltung in Aussicht gestellt, das rund ein Drittel der Wohnungen weniger aufwendig ausgebaut und «leicht günstiger» angeboten werden sollen. Ausserdem soll der Bau etappiert werden, um die Erneuerung «sozialverträglich» zu gestalten.

Nun hat die Gemeinde Köniz das Projekt zur Vorprüfung an den Kanton weitergereicht. In den angepassten Überbauungsvorschriften sind die meisten Versprechungen des HIG-Geschäftsführers nun schriftlich festgehalten. Allerdings ist nicht mehr die Rede von einem Drittel der Wohnungen, die günstiger sein sollen, sondern nur noch davon, dass die Überbauung «unterschiedliche Wohnformen und Ausbaustandards» enthalten soll. Wie ein HIG-Sprecher auf Anfrage sagt, soll aber nach wie vor rund ein Drittel der Wohnungen günstiger angeboten werden.

Weiter sind relativ strenge Energievorschriften vorgesehen: Lediglich 20 Prozent des Energiebedarfs der Siedlung wird durch nicht erneuerbare Energie gedeckt werden dürfen. Das entspricht den neuen Bauvorschriften, die der Könizer Gemeinderat einführen will. Für den Thomasweg gälte die Vorgabe aber auch dann, wenn das Volk die neuen Bauvorschriften ablehnen sollte.

Markus Kaufmann, der Präsident des Liebefeld-Leists, ist mit dem Resultat seiner Bemühungen zufrieden. «Unsere Wünsche wurden mehrheitlich aufgenommen», sagt er. Nach der Vorprüfung beim Kanton soll aus einem Architekturwettbewerb ein konkretes Projekt hervorgehen. Der Leist wird in der Jury, die dieses auswählt, vertreten sein. «Es wird weiterhin Diskussionen geben», sagt Kaufmann. «Auch kontroverse. Aber wir sind auf einem guten Weg.»

Voraussichtlich im Frühling 2016 wird das Volk über die Aufzonung am Thomasweg abstimmen.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt