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Uetendorfs Gemeindepräsident zieht sich vorläufig zurück

Der Rummel um DSDS-Star Luca Hänni war nur ein Grund für den Teilausfall des Gemeindepräsidenten.

Da war noch alles in Ordnung: Uetendorfs Gemeindepräsident Hannes Zaugg im Jahr 2010.
Da war noch alles in Ordnung: Uetendorfs Gemeindepräsident Hannes Zaugg im Jahr 2010.
Adrian Moser

Es war zu viel für Uetendorfs Gemeindepräsident. Kurzzeitig hat sich Hannes Zaugg (SP) von seinem Amt zurückgezogen: «Aufgrund der ausserordentlich grossen zusätzlichen Arbeitsbelastung zeigten sich bei ihm akute Zeichen einer Erschöpfungsdepression und Kreislaufprobleme, sodass sofort geeignete Entlastungsmassnahmen ergriffen werden mussten, um einen Totalausfall zu verhindern», schreibt die Gemeinde in ihrer Medienmitteilung.

Die Vermutung, dass der Trubel rund um den Casting-Kandidaten Luca Hänni aus «Deutschland sucht den Superstar» für den Teilausfall des Gemeindepräsidenten verantwortlich ist, kann Uetendorfs Vizegemeindepräsident Rolf Mösching (SVP) nicht bestätigen. Aber es sei sicher einer von vielen Gründen: «Luca ist halt noch obendrauf gekommen», erklärt er. Nebst dem Gemeindepräsidium hat Zaugg ein eigenes Grafikbüro und Fotoatelier, ist Redaktor bei der «Theater-Zytig» und Grossrat. Und das sei noch nicht alles: «Leute, die bereit sind, sich öffentlich zu engagieren, werden von allen Seiten angefragt», sagt Mösching. Solch engagierte Menschen gebe es heute leider nicht mehr viele.

Die Frage stellt sich, ob Zaugg als Gemeindepräsident nicht bereits zu lange zu stark ausgelastet war. Mösching glaubt das nicht: «Er ist bereits in seiner dritten Legislatur.» Das offizielle Anstellungspensum fürs Gemeindepräsidium liegt bei 40 Prozent. Mösching schätzt das effektive Arbeitspensum auf rund 50 Prozent. Über eine Erhöhung habe man im Zuge einer Reorganisation des Gemeinderats im letzten Jahr zwar diskutiert, man sei aber zum Schluss gekommen, dass es so in etwa stimme, ergänzt er. Dabei seien sie vom Durchschnittswert ausgegangen: «Einmal sind 40 Stellenprozente zu viel, ein anderes Mal reichen sie bei weitem nicht aus. Das ist situationsbedingt», sagt Mösching.

Luca Hänni im Final

Die zeitweise zu hohe Arbeitsbelastung sei nur die eine Seite des Problems, ist der Milizpolitiker überzeugt: «Gemeindepräsidenten und Gemeinderäte haben nicht mehr den gleichen Stellenwert wie früher.» Die Arbeit als Gemeinderat sei zwar spannend, aber es würden hohe Anforderungen gestellt – und die Angriffsfläche sei grösser: «Medien machen meist mehr aus einem Problem, als es wirklich ist», beklagt er sich. Er sei froh, dass Zaugg die persönliche Situation selbst erkannt und für sich die Notbremse gezogen habe, sagt Mösching. Trotz Teilausfall geht die Arbeit der Gemeinde Uetendorf weiter. In einer ersten Sitzung habe man im Gemeinderat geklärt, wie die Tagesgeschäfte kurzfristig neu geregelt würden, sagt Mösching. In rund zwei Wochen werde die Lage neu beurteilt – durch den Gemeinderat und Zaugg persönlich. Bis dahin übernimmt Rolf Mösching die Funktion des Gemeindepräsidiums.

Luca Hänni ist in der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» nun im Final. Im Gegensatz dazu ist Jesse Ritch aus Urtenen-Schönbühl am Samstag im Halbfinal ausgeschieden.

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