Über 5000 Eingaben zur Umfahrung Emmental

Das Mitwirkungsverfahren zur Verkehrssanierung im Emmental ist abgeschlossen. Es gingen 5200 Stellungnahmen ein.

Auf einem Plakat in Burgdorf wirbt Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch für die Verkehrssanierung im Emmental.

Auf einem Plakat in Burgdorf wirbt Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch für die Verkehrssanierung im Emmental. Bild: Adrian Moser

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Die Vorprojekte des Kantons Bern für die sogenannte Verkehrssanierung im Emmental und im Oberaargau sind auf ein riesiges Interesse gestossen: Rund 5200 Private, Firmen, Gemeinden, Parteien und Verbände haben in der öffentlichen Mitwirkung eine Stellungnahme abgegeben.

Die beiden Vorprojekte für neue Umfahrungsstrassen respektive für die Verbesserung der heutigen Strassen lagen zwischen Mitte Oktober und Mitte November öffentlich auf. Zum Vorprojekt im Raum Burgdorf-Oberburg-Hasle erhielt der Kanton Bern 3925 Mitwirkungseingaben, zu jenem im Raum Aarwangen-Langenthal deren 1287.

Zwei Ausstellungen zu den Vorprojekten in Burgdorf und in Aarwangen sahen 1000 respektive 1300 Personen, wie die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) am Montag mitteilte.

Das kantonale Tiefbauamt wird die Eingaben nun analysieren und auswerten. Das werde «angesichts der sehr vielen Stellungnahmen eine gewisse Zeit beanspruchen», schreibt die BVE. Gemäss aktuellem Zeitplan werde die BVE im kommenden Frühling dem Regierungsrat Projektierungskredite zu Handen des Grossen Rats unterbreiten.

Dies Kantonsregierung entscheidet also, welche Varianten dem Grossen Rat zur Finanzierung vorgelegt werden. Die BVE geht davon aus, dass ab dem Jahr 2022 gebaut werden kann.

Kampagnen haben gewirkt

Einander gegenüber stehen sich in beiden Regionen einerseits neue Umfahrungsstrassen, andererseits Optimierungen der bestehenden Strassen. Falls der Kanton Bern neue Umfahrungsstrassen baut, kostet ihn das 647 Millionen Franken im Raum Burgdorf und 136 Millionen Franken im Raum Aarwangen/Langenthal.

Die Kosten für die Verbesserung der bestehenden Strassen, die sogenannten Varianten «Null », schätzt das kantonale Tiefbauamt auf 144 Millionen im Emmental und 44 Millionen im Oberaargau.

In den beiden Regionen warben in den vergangenen Wochen Befürworter und Gegner der neuen Strassen wie bei einer Abstimmung darum, dass sich die Bürger mit Mitwirkungseingaben für oder gegen die Varianten aussprechen. In Inseraten, auf Plakaten und im Internet warben Prominente beispielsweise für die Umfahrung von Burgdorf.

Diese Kampagnen scheinen gewirkt zu haben: Von den 3925 Mitwirkungseingaben zum Vorprojekt Emmental stammen 3767 von Privatpersonen. Im Oberaargau haben Private 1129 der 1287 Eingaben verfasst. Auch rund 190 Firmen beteiligten sich in beiden Gebieten an der Mitwirkung, dazu fast 50 Gemeinden, 24 Parteien und 41 Verbände.

Fondsgelder stehen bereit

Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer äusserte Mitte Oktober bei der Vorstellung der Vorprojekte die Überzeugung, alle Varianten seien finanzierbar. Die ordentlichen Budgetmittel reichen dafür zwar nicht aus.

Doch hat der bernische Grosse Rat in diesem Frühling rund 280 Millionen aus dem - inzwischen aufgelösten - kantonalen Investitionsspitzenfonds für die beiden Grossprojekte reserviert. Ausserdem erhofft sich der Kanton für beide Projekte Unterstützung vom Bund. (zec/sda)

Erstellt: 23.11.2015, 11:05 Uhr

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