Tram statt Fussballplatz

Der Ostermundiger Gemeinderat will einen Sportplatz der Tramwendeschlaufe opfern.

Die Frauenmannschaft ist eines von rund 30 Teams des FC Ostermundigen. Einer seiner Sportplätze müsste dem Tram weichen, geht es nach dem Willen des Gemeinderats.

Die Frauenmannschaft ist eines von rund 30 Teams des FC Ostermundigen. Einer seiner Sportplätze müsste dem Tram weichen, geht es nach dem Willen des Gemeinderats. Bild: Adrian Moser

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vier Varianten hat der Ostermundiger Gemeinderat als möglichen Standort für die Tramwendeschlaufe prüfen lassen. Zwei davon fallen weg, weil sie den Kostenrahmen von 10 Millionen Franken sprengen würden. Übrig bleiben zwei Varianten. Entweder wendet das künftige Tram vor dem Coop via Schiessplatzweg oder es fährt in den Rütiweg hinein und wendet dort auf dem Areal des heutigen Sportplatzes Rüti 1. Obwohl die letzte Variante die teurere ist, zieht der Gemeinderat diese vor. Wendet das Tram nämlich im Rütiweg auf dem Sportplatz, ist damit das neue Quartier im Oberfeld mit dem Tram besser erschlossen. Dadurch würden gemeindeeigene Areale aufgewertet und die bauliche Entwicklung nach innen könne weiter gefördert werden, schreibt der Gemeinderat in seinem Bericht. Dem FC Ostermundigen bliebe der zweite Sportplatz neben der Tramwendeschlaufe. Diesen will der Gemeinderat mit Kunstrasen ausstatten, damit der Platz intensiver bespielt werden kann. Und aufgrund eines Postulats müsse der Gemeinderat ohnehin einen neuen Standort für die beiden Rüti-Sportplätze suchen.

Beim FC Ostermundigen nimmt man die Nachricht gelassen. «Uns ist schon lange klar, dass einer der beiden Sportplätze verschwinden wird», sagt der Präsident Claudio Fischer auf Anfrage. Der Kunstrasen sei eine wichtige Übergangslösung. Ganz sicher ist er aber nicht, ob so der Platz für das Training von rund 30 Mannschaften sichergestellt sei. Zusammen mit der Gemeinde sucht der Club nach neuen Standorten. «Ich bin zuversichtlich, dass wir welche finden», sagt Fischer. Der Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) hat früher selbst beim FCO gespielt und ist heute noch ein grosser Fan seines Clubs.

Parteien müssen Meinung noch finden

Die Parteien Ostermundigens haben noch keine offizielle Meinung gefasst. Die GLP, die als Mittepartei oft das Zünglein an der Waage spielen kann, wird den Gemeinderat voraussichtlich unterstützen. «Ich persönlich halte die Variante Sportplatz für die beste», sagt Parteipräsident Alexander Wahli auf Anfrage. Er hat die Varianten als Mitglied der Planungskommission geprüft. Bei einer Wendeschlaufe vor dem Coop wäre aufgrund der Häuser eine komplizierte Lösung nötig und der Shuttlebus müsste vor dem Schulhaus durchfahren. «Das bedeutet mehr Verkehr vor dem Schulhaus.»

Anderer Meinung ist der SVP-Parlamentarier Roger Schneiter. «Ich bin eher für die Variante Coop», sagt er. Schneiter schlägt vor, diese leicht günstigere Variante zu wählen und den nötigen Shuttlebus bis zum RBS-Bahnhof nach Stettlen zu führen.

Der Bericht des Gemeinderats findet sich auf der Website Ostermundigens. Am 21. August findet im Tell-Saal eine Informationsveranstaltung zum Thema statt. Bis am 7. September können interessierte Bürger und Bürgerinnen den Fragebogen zum Bericht ausfüllen und sich so schriftlich zu den Varianten äussern.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.08.2018, 16:00 Uhr

Artikel zum Thema

2027 rollt das erste Tram von Bern nach Ostermundigen

Nach dem knappen Ja soll das Tram nach Ostermundigen zügig realisiert werden. Allerdings ist noch eine Abstimmungsbeschwerde der Gegner hängig. Mehr...

Die Hoffnung der Tramgegner stirbt noch nach den Allee-Bäumen

Ist tatsächlich jeder dritte Baum krank, wie das die Behörden sagten? Die Gegner des Trams Ostermundigen wollen es genau wissen. Ein Fachmann klärt es für sie ab. Mehr...

Werbung

Immobilien

Kommentare

Newsletter

Jeden Morgen. Montag bis Samstag.

Die besten Beiträge aus der «Bund»-Redaktion. Jetzt den neuen kostenlosen Newsletter entdecken!

Die Welt in Bildern

Und die Haare fliegen hoch: Besucher des Münchner Oktoberfests vergnügen sich auf einem der Fahrgeschäfte. (22. September 2018)
(Bild: Michael Dalder ) Mehr...