Tram-Gegner: «Ich bin nicht per se gegen den öffentlichen Verkehr»

Stefan Hofer, SVP-Grossrat, will das Tram Bern-Ostermundigen auf kantonaler Ebene doch noch bodigen.

Stefan Hofer, SVP-Grossrat, will das Tram Bern-Ostermundigen um jeden Preis verhindern.

Stefan Hofer, SVP-Grossrat, will das Tram Bern-Ostermundigen um jeden Preis verhindern.

(Bild: zvg)

Herr Hofer, was ist Ihre Reaktion auf die Annahme der Tram-Vorlage in der Stadt Bern? Der Entscheid hat mich nicht überrascht. Das Projekt ist ja ein Geschenk an die Stadt Bern. Das nimmt man an. Es war eher erstaunlich, dass fast 40 Prozent dagegen gestimmt haben.

Kommenden Frühling steht eine kantonale Abstimmung über das Tram Bern-Ostermundigen ins Haus. Wie werden Sie hier vorgehen, damit Sie das Projekt doch noch verhindern können?

Wir werden im ganzen Kanton Plakate aufstellen, Inserate aufschalten und Werbung für das Referendum machen.

Das wird einiges kosten?

Ich rechne mit etwa 50’000 Franken. Einen gewichtigen Teil davon werde ich selbst finanzieren und hoffe natürlich auf viele Spendengelder.

Weshalb stellen Sie sich so vehement gegen das Tram Bern-Ostermundigen?

Ich bin nicht per se gegen den öffentlichen Verkehr. Ich besitze selbst auch ein GA. Das Projekt ist aber viel zu teuer und bringt kaum einen Nutzen. Das Tram entlastet nur während dreier Stunden am Tag – während der Stosszeiten. Jetzt, da man über Sparmassnahmen diskutiert, ist ein knapp 250 Millionen schweres Luxusprojekt fehl am Platz und eine Verschwendung von Steuergeldern.

Abgesehen davon kommt eine kantonale Studie zum Schluss, dass durch den Ausbau der S-Bahn nach Ostermundigen das Tram obsolet würde.

Die Stadt Bern hat klargemacht, dass sie das neue Tram will. Mit Ihrem Vorgehen missachten Sie den Willen der betroffenen Gemeinden. Weshalb?

Gegen diesen Vorwurf wehre ich mich. Bei der ersten Abstimmung hat sowohl Köniz als auch Ostermundigen das neue Tram abgelehnt. Das zeigt, dass der Wille der betroffenen Gemeinden nicht ganz so eindeutig ist.

Es geht doch auch um Solidarität zwischen Stadt und Land. Kürzlich haben sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Stadt Bern für den kantonalen Kredit für die Umfahrung Aarwangen ausgesprochen. Kann die Stadt jetzt nicht auch auf den guten Willen der ländlichen Gemeinden zählen?

Darum geht es nicht. In Aarwangen, Burgdorf oder Langenthal ging es um die Verkehrsverbesserungen eines ganzen Gebietes. Beim Tram geht es nur um eine sehr punktuelle Verbesserung, die kaum einen Nutzen bringt.

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt