Tierschützer kritisieren Einstellung des Blausee-Strafverfahrens

Die Staatsanwaltschaft hat die Strafuntersuchung wegen Tierquälerei eingestellt. Tierschützer sind empört.

Tierschützer stören sich an der Einstellung der Strafuntersuchung am Blausee.

Tierschützer stören sich an der Einstellung der Strafuntersuchung am Blausee. Bild: Adrian Moser

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Der Dachverband Berner Tierschutzorganisationen (DBT) übt scharfe Kritik am Entscheid der Staatsanwaltschaft, die Strafuntersuchung nach dem Ausfischen am Blausee einzustellen. Die Tierschützer sehen aber keine Möglichkeit, sich rechtlich zur Wehr zu setzen. Das Obergericht habe dem DBT ja kürzlich die Parteirechte abgesprochen. Deshalb seien ihm die Hände gebunden - zumindest bis zum Teil des Bundesgerichts in Sachen Beschwerderecht, schreibt der Dachverband in einem Communiqué. Der Schluss dränge sich auf, dass die Staatsanwaltschaft die Gunst der Stunde genutzt habe, um das Verfahren abzuschliessen.

Ein Urteil höherer Instanz im Fall Blausee wäre aus Sicht des DBT auch deshalb notwendig, weil es der Gesetzgebung in der Tierschutzverordnung versäumt habe, die Betreuungspflicht genauer zu umschreiben. Eine Klärung dieser Frage könnte auch zur Richtschnur für andere Fischzuchten werden.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Oberland die Strafuntersuchung gegen vier Beschuldigte der Blausee AG eingestellt hat. Der Verdacht der Tierquälerei habe sich nicht erhärtet. Die Mitarbeiter hätten sich an die geltenden Vorschriften gehalten.

Der Blausee ist ein beliebtes Ausflugsziel im Kandertal mit Restaurant und Bio-Forellenzucht. Das jährliche Ausfischen lockte im Herbst jeweils viele Laienfischer an. Der DBT machte geltend, Amateurfischern fehle das nötige Fachwissen, um den Tieren nicht unnötige Qualen zuzufügen, hiess es. So hätten Laien und Kinder am Haken zappelnde Fische herumgezeigt und fotografiert, statt die Tiere sofort zu töten. Die Verantwortlichen entschieden im Sommer 2016, künftig auf das Ausfischen in der bisherigen Form zu verzichten. Im kommenden Oktober soll der Mitteilung zufolge ein neues Konzept in kleinen Gruppen getestet werden. Ab 2018 soll es demnach Angelkurse «unter kompetenter Leitung» geben. (mer/sda)

Erstellt: 14.09.2017, 09:35 Uhr

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