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Thuner Club N8Stern darf wieder öffnen

Fünf Wochen nach der Drogenrazzia öffnet das Nachtlokal seine Türen wieder. Die Demo am Samstag findet trotzdem statt.

Neue Bewilligung: Der Club N8Stern darf wieder wirtschaften.
Neue Bewilligung: Der Club N8Stern darf wieder wirtschaften.
Valérie Chételat

Just auf das Wochenende hin, wo eine breite «Allianz gegen das Clubsterben im Oberland» auf Thuns Rathausplatz eine Tanzdemo abhalten möchte, öffnet der Club N8Stern wieder. «Wir haben grünes Licht vom Regierungsstatthalter bekommen, dass wir unsere Tätigkeit wiederaufnehmen können», sagt der Inhaber Arif Pinar. Er sei «sehr froh» darüber.

Mitte November hatte der stellvertretende Regierungsstatthalter Stephan Zingg das Lokal nach einer Polizeirazzia schliessen lassen, da grössere Mengen an Betäubungsmitteln sichergestellt worden waren (der «Bund» vom 15. 11.). Der Club dürfe wieder öffnen, wenn deren Betreiber ein professionelles Betriebskonzept vorlegen würden, hiess es damals. Das sei vergangene Woche geschehen, sagt Pinar. Erst gestern habe man die Details noch fertig ausgearbeitet und das Konzept signiert.

Mehr Securitas und Kameras

«Im Grossen und Ganzen möchten wir mehr Präsenz, Kontrolle und Prävention», sagt Pinar. So soll etwa der Aussenbereich des Clubs stärker beleuchtet und sollen zwei neue Kameras für die Videoüberwachung installiert werden. Statt bisher drei sollen künftig mindestens vier Sicherheitsleute die Gäste kontrollieren – nicht nur beim Eingang, sondern auch innerhalb des Clubs. «Zudem schulen wir unser Personal in Zusammenarbeit mit der Drogeninfostelle.» Mit den Änderungen im Sicherheitskonzept habe man «klar signalisiert, dass wir einen Beitrag für das drogenfreie Nachtleben leisten möchten». Auf die Frage, warum der Club trotz Warnungen nicht bereits früher auf die Drogenproblematik reagiert habe, sagt Pinar, die Behörden hätten das Gespräch mit den Betreibern nie gesucht.

Von der Wiedereröffnung des Clubs hat Peter Siegenthaler, SP-Gemeinderat und Polizeivorsteher, nichts gewusst. Er sei überrascht, wolle den Entscheid des Regierungsstatthalteramts aber «nicht weiter würdigen», sagt er. Siegenthaler widerspricht Pinars Darstellung, wonach die Betreiber nicht gewarnt worden seien. «Der Thuner Polizeichef hat mindestens dreimal beim Club interveniert, um die Betreiber auf den Drogenhandel und -konsum ihrer Gäste hinzuweisen», sagt er. Nun hoffe er, dass die Betreiber die Problematik ernst nähmen. Einer, der sich über das «schöne Zeichen» freut, ist Manuel Oetterli, Präsident der Juso Berner Oberland. «Es ist super, wenn die Vielfalt im Thuner Nachtleben wieder zunimmt», sagt er. Und SP-Stadträtin Alice Kropf versichert, die Demo vom Samstag werde dennoch stattfinden. «Es geht nicht nur um diesen Club, sondern allgemein um die schärferen Auflagen bezüglich Nachtleben.»

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