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Stadt will FC Thun nicht unter die Arme greifen

Laut dem Thuner Sicherheitsdirektor Peter Siegenthaler ist eine finanzielle Unterstützung des FC Thun «im Moment kein Thema». Der Verein empfängt YB am 1. März – für die Gästefans herrscht Choreografie-Verbot.

Keine öffentlichen Gelder für den FC Thun: Gemeinderat Peter Siegenthaler.
Keine öffentlichen Gelder für den FC Thun: Gemeinderat Peter Siegenthaler.
Manu Friederich

Der Fussballklub kämpft um sein wirtschaftliches Überleben. Vereinspräsident Markus Lüthi streitet sich mit den Stadionbetreibern über die Höhe des Mietzinses, der aus Sicht des Klubs mit 110'000 Franken pro Monat viel zu hoch sei.

Die Stadt Thun verfolgt die Turbulenzen beim FC Thun mit Sorge. Eine stärkere finanzielle Unterstützung ist aber vorerst kein Thema. Das wurde am Freitag an einer Medienkonferenz im Thuner Rathaus deutlich.

Dabei ging es vordergründig um die Sicherheit bei Heimspielen des FC Thun. Für mehr Gesprächsstoff sorgte aber ein anderes Thema, denn der Fussballklub kämpft zurzeit um sein wirtschaftliches Überleben. Die Zeit drängt: Bis Anfang März muss der Klub die Unterlagen für die neue Spiel-Lizenz bei der Liga einreichen.

Ein massgeblicher Faktor ist laut Vereinspräsident Markus Lüthi die Höhe der Stadionmiete. Zurzeit zahlt der Klub 110'000 Franken pro Monat. Das sei viel zu viel, sagt Lüthi - die Hälfte täte es auch. Die Stadioninvestoren sind bislang nicht bereit, über einen tieferen Mietzins zu diskutieren.

Stadt für eine langfristige Lösung offen

An den laufenden Diskussionen ist auch die Stadt beteiligt, wie Gemeinderat Peter Siegenthaler am Freitag in Erinnerung rief. Hauptakteure seien zwar die Investoren und der Klub. Die Stadt habe aber immer betont, sich einer «längerfristigen Lösung» nicht verschliessen zu wollen.

Nähere Angaben dazu machte er nicht. Denkbar wäre etwa eine Garantie der öffentlichen Hand für einige hunderttausend Franken, die dem Klub für die Lizenzierung fehlen könnten.

Auf den Mietzins selber hat die Stadt keinen Einfluss, denn sie ist nicht an der Stockhorn-Arena beteiligt. Diese gehört der Stadiongenossenschaft, die von den Investoren kontrolliert wird. Der Boden wiederum ist im Besitz der Burgergemeinde.

Siegenthaler erinnerte auch an die Abstimmung von 2008. Bei der Umzonung für das Stadion hatte man den Stimmberechtigten versprochen, dass keine öffentliche Gelder ins Stadion fliessen sollen.

Beitrag an Sicherheitskosten

Denkbar wäre aber ein Entgegenkommen der Stadt bei den Sicherheitskosten. Der FC Thun beteiligt sich zurzeit mit etwa 100'000 Franken jährlich an den Sicherheitskosten der Stadt. Ein Erlass dieser Summe stehe nicht zur Diskussion, betonte Siegenthaler auf eine Journalistenfrage.

Vordringliches Ziel sei es, die Sicherheitskosten insgesamt zu senken. Diese belaufen sich auf etwa 600'000 Franken. «Wenn die Gesamtkosten sinken, bin ich auch bereit, über den Anteil des FC Thun zu reden», sagte Siegenthaler.

Vereinspräsident Lüthi sagte, die Situation sei für alle Leute im Klub «zermürbend». Dass mit Andreas Bernhard soeben der für Finanzen zuständige Verwaltungsrat zurückgetreten ist und Lüthi nun ganz allein im Verwaltungsrat sitzt, mache es nicht besser. Lüthi selber bekräftigte, er wolle einstweilen im Amt bleiben.

Transparent-Verbot für YB-Fans

Siegenthaler und Lüthi betonten vor den Medien weiter, dass sich Stadt und Klub einig seien im Bestreben nach «friedlichen Spielen». Die Städte im Kanton Bern können ja neuerdings Sicherheitsauflagen in den Stadien durchsetzen, nachdem das Volk vor Jahresfrist das verschärfte Hooligan-Konkordat gutgeheissen hat.

Auch die Stadt Thun beurteilt die einzelnen Spiele nach ihrem Risikopotenzial. Sie bewilligte einstweilen die nächsten fünf Heimspiele, wie Siegenthaler bekanntgab. Auflagen gibt es nur im Spiel gegen die Berner Young Boys am 1. März.

Die YB-Fans dürfen keine grösseren Fahnen und keine Transparente mit in die Stockhorn-Arena nehmen. Choreos jeder Art sind untersagt. Die Eingangskontrollen zum Gästesektor werden verschärft in der Hoffnung, damit den Schmuggel von pyrotechnischen Gegenständen zu unterbinden.

Keinerlei Massnahmen gibt es für den Rest des Stadions. Die Thun-Fans hätten sich zuletzt stets friedlich verhalten, betonte Gemeinderat Siegenthaler. «Deshalb sehe ich nicht ein, warum ich Massnahmen gegen Fans des FC Thun verhängen sollte.»

SDA/gbl

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