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Slow travelling

«Poller»-Kolumnist Martin Lehmann bricht eine Lanze für gemächliches Vorankommen, vorab in der Ferienzeit.

Ich war wandern im Sommer. Nicht bloss so ein bisschen, sondern ziemlich weit, von meinem Wohnort im Emmental bis zu unserem Ferienort im Unter­engadin, vierzehn Tage lang. Und nicht mit Baumeler, sondern ganz allein: Da ist man aufmerksamer und weniger absorbiert und offener für die Begegnung – und drum kann man nach einer solchen Reise auch etwas erzählen. Zum Beispiel von der unauffälligen, aber weiterhin solid verankerten gutschweizerischen Fremdenfeindlichkeit, die einem etwa auf der Sonnenterrasse eines Oberländer Hotels begegnet, wo der Einheimische seine Bestellung bei der sehr bemühten kosovarischen Servierfrau grad äxtra im verzworgeltsten Haslitaler Dialekt aufgibt und sich dann, unter murmelnder Zustimmung der meisten Gäste, masslos aufregt, wenn er statt eines grossen Cervalat­salats bloss einen kleinen bekommt.

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