Skywork-Saab hebt bei Premiere nicht ab

Skywork fliegt wieder nach London City. Zum Comeback gab es aber erst mal lange Gesichter.

Die gemietete Saab 2000 von Ethiad Airways auf dem Flugplatz Bern - Belpmoos.

Die gemietete Saab 2000 von Ethiad Airways auf dem Flugplatz Bern - Belpmoos. Bild: Manu Friederich

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Nach einem rund neunmonatigen Unterbruch hat Skywork die Flüge von Bern nach dem zentral gelegenen Flughafen London City wieder aufgenommen. Die Berner Fluggesellschaft bedient die Strecke mit einer eigens von Ethiad Regional angemieteten Saab 2000. Die Maschine legt in Basel jeweils einen Zwischenstopp ein, damit am Dreiländereck zusätzliche Passagiere zusteigen können.

Doch ausgerechnet beim Erstflug am Sonntag blieb das 50-plätzige Turboprop-Flugzeug am Boden. Stattdessen flog eine kurzfristig umdisponierte Dornier 328 die 17 Passagiere in die Stadt an der Themse. Der Flugzeugwechsel erfolgte nicht etwa wegen einer Panne oder eines erkrankten Piloten. Sondern – man höre und staune – aus marketingtechnischen Gründen.

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Wie bitte? Bei Erstflügen ist es üblich, dass die Flughafenfeuerwehr die neue Airline mit einer Wasserfontäne willkommen heisst. Dazu gehört auch, dass die Airport-Verantwortlichen Bilder der neuen Fluggesellschaften knipsen lassen und an die lokalen Medien und Reiseveranstalter verschicken.

Laut Skywork-Sprecher Max Ungricht hat die Airline erst am Sonntagmorgen erfahren, dass der Euro-Airport Basel-Mulhouse kurzfristig eine solche Begrüssung durch die Feuerwehr organisiert hat. Das Problem: Die 20-jährige Saab 2000 fliegt weiter in der Bemalung von Ethiad Regional und ist somit nicht als Skywork-Maschine erkennbar. «Es kann nicht sein, dass der Flughafen Fotos mit der Ethiad-Bemalung verschickt. Darum wechselten wir das Flugzeug», sagt Ungricht.

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Bei Aviatik-Enthusiasten sorgte dies für lange Gesichter. «Bund»-Leser Roger Lehmann hatte sich eigens ein Ticket für den Erstflug gekauft, damit er die Skywork-Premiere mit der Saab 2000 erleben kann. «Ich war schon gefrustet, als wir plötzlich in eine Dornier stiegen. Nicht einmal eine Entschuldigung habe ich erhalten. Ich wäre so gerne mit der Saab geflogen.»

Ungricht kann die Enttäuschung zwar nachvollziehen. Er stellt aber klar, dass es bei der Buchung keine Garantie für einen bestimmten Flugzeugtyp gebe. Skywork werde sich aber bei den betroffenen Passagieren melden.

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Auf dem eigens von Skywork aufgeschalteten Facebook-Beitrag zum Erstflug Bern–Basel–London City verlor die Airline kein Wort über den ungeplanten Flugzeugwechsel. Stattdessen pries Skywork auf Fotos etwa das «spezielle Catering» für die Passagiere auf dem Trip nach London an.

«Wo ist die Saab 2000?», fragten ungläubige Facebook-User in den Kommentarspalten. Skywork will mit der Verbindung ab dem Euro-Airport in die Bresche der Swiss springen, welche kürzlich die Strecke Basel–London City eingestellt hat. Swiss hat sich überhaupt ganz vom Flughafen Basel-Mühlhausen zurückgezogen. Am Montag hob dann die Saab 2000 wie geplant von Bern via Basel in Richtung London ab. Beim Rückflug landete die Saab in Bern aber mit 30 Minuten Verspätung.

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Ab 1. September wird Skywork die von Geschäftsleuten bevorzugte Verbindung Bern– Basel–London City zweimal täglich fliegen, hinzu kommt die Direktverbindung Bern–London Southend mit der Dornier 328. Neben London City fliegt Skywork mit der Saab 2000 auch die Badedestinationen Menorca, Mallorca und Cagliari an – ohne Garantie für den Flugzeugtyp, versteht sich. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.07.2015, 18:08 Uhr

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