Skywork übernimmt ehemalige Flugzeuge der Crossair

Die Airline wechselt ihre Flotte aus: Bald fliegen zwei 50-plätzige Saab 2000 ab Bern. Die haben schon einige Jahre auf dem Buckel.

Die Crossair flog in den 1990er-Jahren mit der Saab 2000 nach Bern.

Die Crossair flog in den 1990er-Jahren mit der Saab 2000 nach Bern. Bild: zvg

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Skywork will grössere Flugzeuge einsetzen, um auf Strecken wie von Bern (via Basel) nach London-City endlich richtig Geld verdienen zu können. Jetzt ist klar, welche Maschinen die Flottenumstellung von Skywork einläuten. Die Airline mietet laut dem Branchenportal «ch-avition.com» zwei Saab 2000, die heute für die schwedische Airline Braathens fliegen.

Es sind nicht gerade die neusten Maschinen: Die Flieger sind 22 Jahre alt, wie ein Blick in das Flugzeugregister zeigt. Die 50-plätzigen Saab mit der Werknummer 5 und 7 wurden beide 1994 an die damalige Crossair ausgeliefert. Diese gab dem 650 km/h schnellen Flugzeug wegen der vergleichsweise hohen Geschwindigkeit den Spitznamen «Concordino». Skywork steuert mit den Saab 2000 ab Anfang April neben London-City unter anderem Berlin, Hamburg und im Sommer Badeferiendestinationen wie Palma de Mallorca an.

Skywork will keine Jets

Die Flugzeuge ersetzen nach und nach die 31-plätzigen Dornier 328. Die Propeller-Flugzeuge haben auch bereits knapp 20 Jahre auf dem Buckel. Wann die vier verbleibenden Dorniers endgültig ausgeflottet werden, ist noch offen. Nicht zuletzt, weil kaum weitere Saab-Flugzeuge auf dem Markt verfügbar sind. Von den Saab 2000 wurden nur 63 Exemplare gebaut, 36 Flugzeuge fliegen heute noch. 1999 ist die letzte Maschine vom Band gelaufen.

Für Skywork ist es wegen der höheren Betriebskosten keine Option, Regionaljets einzusetzen – wie dies Konkurrentin BMI auf der Strecke Bern–München tut. Warum setzt Skywork für die Zukunft ausgerechnet auf einen Flugzeugtyp, der schon lange nicht mehr produziert wird? «Nur die Saab 2000 ist von den verfügbaren, 50-plätzigen Turoboprops schnell genug, um täglich drei Rotationen fliegen zu können», sagt Skywork-Sprecher Max Ungricht. Dies im Gegensatz zu den langsameren, aber neuen Modellen der Hersteller ATR oder Bombardier.

Skywork sieht kein Problem darin, dass die Saab bereits 22 Jahre alt sind. «Die beiden Flugzeuge befinden sich in einem Top-Zustand. Sie sind gut gewartet und im technischen Sinn absolut neuwertig», so Ungricht weiter. Klar ist aber auch: Je älter ein Flugzeug ist, desto aufwendiger und teurer wird die Wartung.

Etihad kündigte Vertrag

Die erste Episode des Saab 2000 bei Skywork verlief nicht ohne Zwischengeräusche: Im Herbst 2015 flog Etihad Airways im Auftrag von Skywork die Strecke Bern–Basel–London-City. Als Vertragsverhandlungen über eine definitive Übernahme scheiterten, kündigte Etihad den Leasingvertrag. Seither fliegt Skywork wieder mit den kleinen Dorniers zum teuren City-Airport im Herzen Londons. (Der Bund)

Erstellt: 10.02.2016, 21:47 Uhr

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