See beim Plaine Morte-Gletscher droht auszulaufen

Einer der Seen beim Plaine Morte-Gletscher im Berner Oberland könnte erneut über die Ufer treten.

Der Plaine-Morte-Gletscher im Berner Oberland: Hier kann es an Hitzetagen zu Schmelzwasseransammlungen kommen.

Der Plaine-Morte-Gletscher im Berner Oberland: Hier kann es an Hitzetagen zu Schmelzwasseransammlungen kommen.

(Bild: zvg)

Der Pegel des Favergessee an der Grenze der Kantone Bern und Wallis nähere sich dem Höchststand vom letzten Jahr, teilte die Gemeindeverwaltung Lenk am Dienstag mit. Die Wassermassen könnten sehr schnell ansteigen. Es müsse deshalb damit gerechnet werden, dass sich der See in den nächsten Tagen oder Wochen entleere, hiess es.

Bei Höchststand führe der See rund 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Bis dahin fehle noch rund ein Meter, sagte der Lenker Gemeindepräsident Christian von Känel auf Anfrage. Dann werde die Gemeinde auch gewisse Wanderwege entlang der Simme sperren.

Die Seen am Rande der Plaine Morte bilden sich durch Schmelzwasser und entleeren regelmässig. Die Fluten rauschen dann jeweils auf Berner Seite ins Tal. Grössere Schäden haben sie bisher aber nicht angerichtet.

Ein erster grösserer Ausbruch ereignete sich 2011. Die Simme führte Hochwasser und trat an verschiedenen Stellen über die Ufer. Die Behörden veranlassten daraufhin die Überwachung der drei grösseren Seen, dem Faverge-Seee, dem Vatseret-See und dem Strubel-See.

Mitglieder der Gemeindeverwaltung, der Schwellenkorporation und der Feuerwehr überprüfen diese im Sommer mit Kameras und Pegelmessgeräten. Seit 2011 sind einer oder mehrere der Gletscherseen jedes Jahr ausgelaufen, meist im Juli oder August.

Der Klimawandel hat sich in den vergangenen Jahren vielerorts in den Alpen bemerkbar gemacht. Die Böden im Hochgebirge tauen stärker auf und die Gletscher schmelzen. Als Folge der Gletscherschmelze können sich Gletscherseen bilden.

Im Berner Oberland kam es in den letzten Jahren verschiedentlich zur Bildung von Gletscherseen. Im Sommer 2011 etwa musste in Grindelwald ein Campingplatz evakuiert werden, weil aus dem Oberen Grindelwaldgletscher plötzlich viel Wasser abfloss.

Bei dem nur wenige Kilometer entfernten Unteren Grindelwaldgletscher wurde gar für 15 Millionen Franken ein Stollen gebaut, damit der dortige Gletschersee keine Schäden verursachen kann. Schon vor Jahren bildete sich vor dem Triftgletscher oberhalb von Gadmen ein grösserer See.

hjo/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt