Saanen sagt Ja zu provisorischer Sanierung der Bergbahnen

Um den Betrieb der Berg­bahnen Gstaad bis 2016 zu retten, genehmigte die Gemeindeversammlung von Saanen eine Steuererhöhung.

Blick ins Gstaader Skigebiet. (Archiv)

Blick ins Gstaader Skigebiet. (Archiv)

(Bild: zvg)

Die Gemeinde Saanen unterstützt die Gstaader Bergbahnen mit 12,9 Millionen Franken und erhöht dafür die Steuern um ein Anlagezehntel. Das Volk hat an der Gemeindeversammlung vom Freitagabend einer Übergangslösung mit dieser Formel zugestimmt. Saanens Stimmbürger genehmigten die Übergangslösung «überraschend deutlich», wie die Gemeindeverwaltung in einer Mitteilung schreibt. Die Lösung besteht darin, dass die Gemeinde den Berg­bahnen Destination Gstaad (BDG) AG ein Darlehen von 4,4 Millionen Franken erlässt und Betriebsbeiträge von rund 8 Millionen Franken gewährt. Diese Gelder sollen den um die Zukunft kämpfenden Gstaader Bergbahnen den Betrieb in den Geschäftsjahren 2014/15 und 2015/16 sichern.

Zeit gewinnen für echte Lösung

Die Übergangslösung enthält auch einen Betrag von 0,5 Millionen Franken für die Weiterführung der Arbeiten an einem Konzept zur langfristigen Sicherung der Gstaader Bergbahnen. An diesem Konzept arbeitet die Gemeinde, welche die grösste BDG-Aktionärin ist, «mit Hochdruck». Der Gemeinderat will dieses Konzept an einer der nächsten Gemeinde­versammlungen dem Volk vorlegen. Die Übergangslösung soll der Gemeinde und der BDG auch die nötige Zeit geben, damit das neue Konzept ausgearbeitet werden kann.

Ende Oktober hatte das Volk von 
Saanen an einer Gemeindeversammlung einen langfristigen Sanierungsplan der Gemeinde mit dem Namen «Eigner­strategie» noch abgelehnt. Damals schlug der Gemeinderat der Bevölkerung vor, die Steueranlage um zwei Zehntel zu erhöhen. Saanens Bürger gaben damals einem Rückweisungsantrag den Vorzug, der verlangte, dass die Gemeinde eine «konsequente Sanierung» der BDG vorlegt. Der Gemeinderat solle ein Bergbahnangebot ausarbeiten, «welches den Ansprüchen der Destination Gstaad-Saanenland entspricht.» An ­jener Gemeindeversammlung Ende Oktober nahmen fast 1000 Bürgerinnen und Bürger teil, am Freitag waren es fast 500. Das nun vom Souverän genehmigte Budget der Gemeinde Saanen weist bei Totalausgaben von rund 84 Millionen Franken ein Defizit von 3,7 Millionen auf. Dies trotz der beschlossenen Steuer­erhöhung von 1,3 auf 1,4 Einheiten.

gbl/sda

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