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Protest gegen Asylunterkunft in Schafhausen

In der Gemeinde Hasle provoziert die geplante Asylunterkunft Widerstand. Derweil hat der Kanton für Aeschi eine weitere oberirdische Anlage angekündigt.

Das Schulhaus Schafhausen konnte nicht verkauft werden.
Das Schulhaus Schafhausen konnte nicht verkauft werden.
Gemeinde Hasle

Die Bekanntgabe, dass in Schafhausen in der Emmentaler Gemeinde Hasle rund 150 Asylbewerber in das alte Schulhaus ziehen sollen, hat mittlerweile einige Einwohner und Einwohnerinnen der Gemeinde erzürnt. Im Rahmen eines «stillen Protests» demonstrierten gestern Abend rund 150 Personen aus der Gemeinde vor dem Schulhaus. Marcel Eggimann, Mitorganisator der Aktion, bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der «Berner Zeitung».

«Wir wurden von der Gemeinde und vom Kanton vor vollendete Tatsachen gestellt», sagt Eggimann gegenüber dem «Bund». «Mir ist klar, dass die Asylbewerber irgendwohin müssen», ergänzt er. Es könne aber nicht sein, dass die Behörden einfach 150 Leute in die Gemeinde liessen, ohne dass darüber informiert werde, sagt er. Bei 50 Personen wäre dies ja noch gegangen, aber 150 Leute seien für eine «ruhige Landgemeinde» zu viel. Das könnte zu Irritationen führen, so der 33-jährige Metzger. Gemäss den Plänen von Kanton und Gemeinde soll die Asylunterkunft Ende Oktober im leer stehenden Schulhaus eröffnet werden. Die Juso Kanton Bern reagierten auf die Demonstration mit einer Mitteilung. Der «Mangel an Verständnis für die Situation» der Asylbewerber sei «befremdend und nicht akzeptabel», schrieben sie.

Eine weitere Unterkunft

Derweil hat der Kanton Bern gestern mitgeteilt, dass in den nächsten Wochen in der Gemeinde Aeschi bei Spiez eine weitere oberirdische Asylunterkunft eröffnet werden soll. Sie wird rund 100 Plätze bieten. Die Stiftung Blaukreuzheim Aeschiried stellt dem Kanton hierfür einen Grossteil des Ferienzentrums Aeschiried zur Verfügung.

Welche Organisation die Asylunterkunft betreuen wird, ist noch nicht klar. Für den Betrieb befinde sich der Migrationsdienst in Abklärungen mit den zuständigen Asylsozialhilfestellen, teilte die bernische Polizei- und Militärdirektion gestern mit. Die zuständigen Behörden werden zusammen mit der zukünftigen Asylsozialhilfestelle die Auflagen für den Betrieb definieren.

Die Stiftung Blaukreuzheim habe die Anwohner bereits mit einem persönlichen Schreiben über die Umnutzung des Ferienzentrums informiert, heisst es in der Mitteilung. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ein Informationsanlass für die gesamte Bevölkerung stattfinden. Der Migrationsdienst des Kantons Bern sei angesichts der stetig steigenden Asylgesuchszahlen auf neue Unterkünfte angewiesen, schreibt die Polizei- und Militärdirektion weiter. Man suche deshalb laufend nach oberirdischen Unterbringungsmöglichkeiten.

(SDA)

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