Alle sechs Minuten ein Shuttlebus

Der Gemeinderat von Ostermundigen will das Rütiquartier mit einem Shuttlebus im Sechsminutentakt und mehr Haltestellen erschliessen.

Weil das letzte Stück zu steil ist, soll ein Shuttlebus die Passagiere von der Tramstation auf dem heutigen Sportplatz abholen.

Weil das letzte Stück zu steil ist, soll ein Shuttlebus die Passagiere von der Tramstation auf dem heutigen Sportplatz abholen.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Der Ostermundiger Gemeinderat ist zufrieden. Die Bevölkerung ist der Tramwendeschlaufe auf dem ersten Sportplatz am Rütiweg wohlgesinnt. Zumindest besagen das die relativen Zahlen der ausgewerteten Befragung. 64 Prozent der Befragten fanden die Variante Sportplatz gut oder akzeptabel. An der Mitwirkung hatten sich 71 Privatpersonen und 13 Parteien und Vereine beteiligt.

Auf den zweiten Blick besagen die Stellungnahmen im Mitwirkungsbericht, dass die Variante Sportplatz mit Shuttlebus für viele Bewohner des Rütiquartiers das kleinere von zwei Übeln ist. Wirklich zufrieden sind sie damit nicht.

Umsteigen nötig

Der Knackpunkt ist das Rütiquartier. Hier wohnen heute rund 1700 Menschen. Einst waren es 3000 und darunter viele Familien. Unterdessen sind die Kinder ausgezogen und die Bewohner sind älter geworden. Die Wohnblöcke aus den 1960er-Jahren liegen am Hang hinter der Oberfeldüberbauung.

Sobald die Tramlinie gebaut ist, verliert das Quartier seinen direkten Anschluss an die Stadt. Die Steigung des Rütihangs ist so steil, dass einschneidende bauliche Massnahmen nötig wären, um das Tram wie den heutigen 10er-Bus bis hinauf zu führen. Unter anderem deshalb lehnten die Ostermundiger das Tam in der Abstimmung von 2014 ab.

Damit die Rüti nicht vom öffentlichen Verkehr abgehängt wird, soll nun ein Shuttlebus in Spitzenzeiten alle sechs Minuten von der Tramwendeschlauf in das Quartier fahren. Der Gemeinderat prüft zudem eine Erweiterung der Shuttlelinie. Das Quartier soll so besser erschlossen werden, als es bisher ist.

Aber die Rütibewohner müssen umsteigen, um überhaupt zum Bahnhof Ostermundigen oder auch nur bis zur nächsten Coop- oder Migrosfiliale zu gelangen. Deshalb wünscht sich das Quartier nebst dem Shuttlebus einen Bus ins Dorf.

Buslinie N

Mit etwas Glück kann der Ostermundiger Gemeinderat den Wunsch der Rüti erfüllen, wie Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) gestern vor den Medien sagte. Nebst dem Tram ist die Buslinie N geplant. Sie soll vom Berner Breitenrainplatz ins Ostermundiger Oberfeld fahren und könnte bis in die Rüti geführt werden. Eine Garantie, dass sich die Linie N in die Rüti und weiter bis zum Bahnhof Deisswil verlängern lasse, gebe es aber nicht, sagte Iten. Denn dazu brauche es die Einwilligung der Regionalkonferenz und des Grossen Rats.

Läuft alles nach Plan, dann fahren sowohl das Tram als auch die Buslinie N in gut acht Jahren nach Ostermundigen. Allerdings ist beim Bundesgericht eine Beschwerde der Tramgegner gegen die Abstimmungsbotschaft hängig. Sie hat zwar keine aufschiebende Wirkung auf die Planung des Ostermundiger Trams. Die Gemeinde kann das Projekt weiterhin planen. Doch ist ungewiss, welche Auswirkungen das Urteil auf das Projekt haben kann. «Wir planen mit angezogener Handbremse», sagt Iten.

nfe/sda

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