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Neuer Anlauf für Pensionskasse in Ostermundigen

Der Gemeinderat will die PVS B-I-O nicht mehr weiterführen und schlägt zwei Varianten vor.

Nach dem Nein der Ostermundiger zur Sanierung der Pensionskasse hat der Gemeinderat (im Bild Thomas Iten) zwei Alternativen erarbeitet.
Nach dem Nein der Ostermundiger zur Sanierung der Pensionskasse hat der Gemeinderat (im Bild Thomas Iten) zwei Alternativen erarbeitet.
Adrian Moser (Archiv)

Ostermundigen gleist die Altersvorsorge des Gemeindepersonals neu auf. Der Gemeinderat präsentierte gestern zwei Varianten: Die Versicherten der PVS B-I-O sollen entweder bei der PVK Bern, der Pensionskasse der Stadt Bern, oder bei der PK SHP, einer Sammelstiftung mit Schwerpunkt im Gesundheitsbereich, unterkommen. Damit nimmt der Gemeinderat die Forderung nach einer Variantenabstimmung auf.

Ende November 2016 schickte das Stimmvolk eine Weiterführung der PVS B-I-O, die eine massive Unterdeckung aufweist, bachab. Die PVS B-I-O werde nicht mehr als genügend seriös angesehen, um alleine weiterfahren zu können, sagte Gemeinderat Erich Blaser (SVP) vor den Medien. Die neue Lösung soll auf Anfang 2018 in Kraft treten.

Die Offerte der PVK ist günstiger: Sie geht von einem Bruttokredit von 21 Millionen Franken aus. Ausserdem besteht eine Eventualverpflichtung von 1,15 Millionen Franken, falls die erwartete Rendite nicht erreicht wird. Bei der SHP-Variante rechnet die Gemeinde mit einem Bruttokredit von 26,7 Millionen Franken. Allerdings weist die PVK einen höheren technischen Zinssatz auf. Würde der Aufwand nach dem bei der SHP gültigen technischen Zinssatz berechnet, so müssten weitere 3,65 Millionen Franken eingeschossen werden. Der Unterschied wäre dann deutlich geringer.

«Aus Sicht der Finanzen bringt die längere Sanierungsphase bei der PVK Bern Vorteile», sagte Blaser. Der Gemeinderat empfiehlt dem Parlament, beide ausgearbeiteten Varianten am 24. September dem Volk vorzulegen. Das Personal sprach sich in einer Konsultativabstimmung mit sehr grosser Mehrheit für die Lösung mit der Stadt Bern aus – auch weil die PVK Bern eine deutlich bessere Rente anbietet.

Politik eher für PVK Bern

Angefragte Parteien nehmen die Vorlage grundsätzlich positiv auf. SP, SVP und FDP sprechen sich eher für die Lösung mit der Kasse der Stadt Bern aus. Die PVK Bern habe deutlich mehr Immobilien im Portfolio, so begründet SP-Präsident Jürg Schärer die Haltung des Vorstands. Ein weiteres Argument ist für die SP der klare Wunsch des Personals. Bei der FDP ist das Vertrauen in die Kasse der Stadt Bern grösser, «weil ihre Anlagestrategie breiter und risikoärmer ist», wie FDP-Präsident Stefan Lanz sagt.

Engagement und Bindung des Arbeitgebers in einer eigenen Pensionskasse seien höher als in einer Sammelstiftung wie der SHP mit über 400 Institutionen. Für Lucia Müller, Präsidentin der SVP, ist wichtig, dass es nun zu einer Lösung kommt, die Bestand hat. Müller selber plädiert für die PVK Bern, weil diese Offerte aktuell deutlich günstiger ist. Eine andere Auffassung vertritt Alexander Wahli von der GLP: Er hält die Kasse der Stadt Bern für die risikoreichere Variante. «Es ist fraglich, ob die PVK Bern die hohen Zinsversprechen auf längere Sicht halten kann», so Wahli. Mit grosser Wahrscheinlichkeit werde man nachbessern müssen.

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