Ostermundigen kann Steuererhöhung umgehen

Obwohl die Gemeinde ihre Ausgaben nächstes Jahr verdoppelt, ist keine Steuererhöhung nötig.

Die Gemeinde Ostermundigen strebt eine Fusion mit Bern an, auch wegen der schlechten finanziellen Situation.

Die Gemeinde Ostermundigen strebt eine Fusion mit Bern an, auch wegen der schlechten finanziellen Situation.

(Bild: Andreas Blatter)

Die Gemeinde Ostermundigen gehört zu den finanziell angeschlageneren im Raum Bern. Trotzdem will sie bis 2023 ihre Steuern nicht erhöhen. «Unsere Gemeinde ist im Wachstum begriffen, eine Steuererhöhung würde dem entgegenwirken», sagt Gemeinderat Erich Blaser (SVP), zuständig für Steuern und Finanzen. Ostermundigen gehört mit einem Steuersatz von 1.69 schon heute zu den teuersten Gemeinden der Region Bern.

Der Bären hilft

Etwas aber macht stutzig an dem am Mittwoch veröffentlichten Budget: Die Ausgaben für das nächste Jahr steigen auf 11,7 Millionen Franken – mehr als das Doppelte vom laufenden Jahr mit geplanten 5,1 Millionen. Wie will die Gemeinde das finanzieren, ohne die Steuern zu erhöhen? «Wir werden 2018 einen sehr guten Jahresabschluss machen», sagt Blaser. Denn die Pensionskassensanierung sei mit etwa 22 Millionen Franken weit billiger ausgefallen als gedacht. Dadurch fliessen laut Blaser mindestens sechs Millionen Franken ins Eigenkapital zurück. Durch die Einzonung des Bärenareals erhält die Gemeinde ausserdem eine Mehrwertabschöpfung von mehr als 4,5 Millionen Franken.

Elf neue Kindergärten

Trotzdem: Warum muss Ostermundigen doppelt so viel ausgeben wie im Vorjahr? Grund dafür ist, dass die kantonal geforderte IT-Sanierung des Lehrplans 21 ansteht: Die Schüler müssen mit iPads und die Schulen mit weiterer Technik und Software ausgestattet werden. Noch stärker schlagen die Erneuerungen bei den Kindergärten zu Buche. Insgesamt sollen elf Kindergärten neu erstellt und ein Kindergarten saniert werden.

Die schlechte finanzielle Situation der Gemeinde ist einer der Gründe, warum sie eine Fusion mit der Stadt Bern anstrebt. Bis 2020 soll der Gemeinderat erste Schritte in Richtung Fusionsverhandlungen mit der Stadt Bern einleiten.

Der Bund

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