Nicht ganz eindeutiger Rechtsrutsch

Der Kampf ums Präsidium ist noch nicht entschieden.

Sitzen neu im Kirchlindacher Gemeinderat: Marc Aeberhard (SVP) und Andres Walther (SP).

Sitzen neu im Kirchlindacher Gemeinderat: Marc Aeberhard (SVP) und Andres Walther (SP).

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Die Berner Vorortsgemeinde Kirchlindach ist in den vergangen zehn Jahren dank Zuzügern stark gewachsen. Auch deshalb legte die SP bei den letzten Wahlen stark zu. Dieser Trend ist nun gestoppt: Nachdem die SVP bei den letzten Wahlen vor vier Jahren aus dem Gemeinderat geflogen war, kehrt sie nun als klare Siegerin zurück. «Jetzt herrschen wieder klare Verähltnissse», sagt der neu gewählte Gemeinderat und Präsident der SVP Kirchlindach, Marc Aeberhard. Er spricht gar von einem «leichten Rechtsrutsch».

SVP stärkste Partei

Tatsächlich ist gemessen an den Wähleranteilen die SVP wieder stärkste Partei: Sie erhielt rund 25 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Verliererin ist die SP: Hatte sie bei den letzen Wahlen noch 27 Prozent erhalten, stimmten jetzt noch rund 23 Prozent für die SP. Sie konnte ihre beiden Sitze im Gemeinderat jedoch halten – dank einer Listenverbindung mit den Freien Lindachern. Nun sitzt mit Andrea Walther wieder eine Frau im Gemeinderat.

Neben den zwei SPlern (Andrea Walther und Christoph Grosjean-Sommer), dem neuen SVP-Mann Aeberhard und dem parteilosen bisherigen Gemeindepräsidenten Werner Walther ist mit Adrian Müller auch die FDP im neuen Gemeinderat vertreten. Rund 13 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben für die FDP gestimmt. Fast so viel wie die BDP, die nur 12 Prozent erreichte und ihren Sitz im Gemeinderat verlor.

Ob aber tatsächlich von einem Rechtsrutsch gesprochen werden kann, ist gar nicht so eindeutig. Interessant ist vor allem das Resultat der GLP: Die Partei war zum ersten Mal angetreten und schaffte auf Anhieb 16 Prozent. Das ist deutlich mehr als die FDP, die früher zusammen mit der SVP in Kirchlindach sagte, wo es lang geht. Trotzdem reichte es bei der GLP nicht für einen Sitz im Gemeinderat. Der Grund: Die Grünliberalen waren im Gegensatz zur FDP keine Listenverbidung eingegangen.

Kommt es zum Duell?

Auch interessant: Dem amtierende Gemeindepräsidenten Werner Walther (parteilos) fehlten zwei Stimmen für die Wiederwahl ins Präsidium. Walther, der auf der SVP-Liste kandidierte, war von seinem Vize, Christoph Grosjean-Sommer (SP), und der ehemaligen Gemeinderätin Magdalena Meyer (GLP) herausgefordert worden. Letztere sass früher für die FDP bereits im Präsidium, bevor sie freiwillig zurücktrat. In der Zwischenzeit wechselte sie die Seite und kandidierte für die GLP.

Da niemand das absolute Mehr erreichte und die GLP es nicht in den Gemeinderat schaffte, käme es im Dezember zu einer Stichwahl zwischen Werner Walther und seinem SP-Vize. Ob es aber zu diesem Duell kommen wird, ist noch unklar. Er werde zuerst einmal darüber schlafen und dann entscheiden, so Grosjean-Sommer auf Anfrage. Sollte er sich dafür entscheiden, wird es nochmals spannend. Ein SPler als oberster Kirchlindacher ist also nicht ausgeschlossen.

DerBund.ch/Newsnet

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