Neue Ära kann beginnen

Auf dem Bernapark-Areal in Deisswil werden bald Wohnungen gebaut – die Stettler Gemeindeversammlung stimmte am Mittwoch der nötigen Umzonung zu.

Bald wird die alte Kartonfabrik Deisswil umgestaltet.

Bald wird die alte Kartonfabrik Deisswil umgestaltet. Bild: Valérie Chételat (Archiv)

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Sechs Jahre ist es her, dass die Kartonfabrik Deisswil in der Gemeinde Stettlen von einem Tag auf den andern geschlossen wurde. Nun ist klar, dass auf dem Areal endgültig eine neue Ära beginnen kann. Wo während der letzten 140 Jahre stets immer nur gearbeitet wurde, soll in Zukunft auch gewohnt werden können.

Am Mittwochabend stimmten die 200 an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung anwesenden Stettlerinnen und Stettler (8,9 Prozent der Stimmberechtigten) der dafür nötigen Umzonung einstimmig zu. Somit kann die erste Etappe der Umgestaltung des Bernaparks, wie das Gelände heute heisst, bald in Angriff genommen werden.

Gemeindepräsident Lorenz Hess (BDP) zeigte sich hocherfreut über das Resultat. Der Bernapark sei eine riesengrosse Chance für die Gemeinde. Es könne neuer Wohnraum geschaffen werden, ohne dass eine grüne Wiese eingezont werden müsse. Das sei etwas, wofür Stettlen von anderen Gemeinden in der Region beneidet werde. Zudem könne die Gemeinde so neue Steuerzahler anlocken, was durchaus erwünscht sei.

Auch der Unternehmer Hans-Ulrich Müller, der die Fabrik kurz nach deren Schliessung übernommen hatte, war hocherfreut. Ihm sei ein riesiger Stein vom Herzen gefallen, sagte er. In den letzten sechs Jahren hätten alle Involvierten sehr intensiv an diesem Projekt gearbeitet: «Und heute wissen wir, was Stettlen will.» Er sei zudem überzeugt, dass langfristig alle vom neuen Quartier profitieren werden.

Mit dem Entscheid vom Mittwoch ist klar, dass in den nächsten Jahren auf dem vorderen Teil des Geländes, auf dem der als erhaltenswert eingestufte Gebäudekomplex mit der markanten Fassade steht, Wohnungen gebaut sowie Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe eingerichtet werden. Insgesamt sind Bauten von einer Bruttogeschossfläche von 45'000 Quadratmetern vorgesehen, höchstens die Hälfte ist für Wohnungen vorgesehen. Geplant ist Wohnraum für rund 300 weitere Einwohnerinnen und Einwohner. Auf höchstens 1000 Quadratmetern sollen Läden entstehen, wobei einer maximal 500 Quadratmeter gross sein darf. Konkret heisst das, dass sicher keine Grossverteiler in den Bernapark einziehen werden.

«Trickli» gab zu reden

Während die Umzonung am Mittwochabend völlig unbestritten war, gab ein anderer Punkt etwas mehr zu reden: die Absicht des Gemeinderats, dem Eigentümer für diese erste Etappe die Mehrwertabschöpfung zu erlassen. Einzelne Anwesende monierten, dass durch dieses «Trickli» gewisse Parteien bevorzugt würden. Das sei der restlichen Bevölkerung gegenüber schlicht nicht fair.

Gemeindepräsident Hess verteidigte das Vorgehen indes: Es handle sich beim Areal nicht um einen «Normalfall», weshalb es kein Leichtes sei, die Wertsteigerung zu berechnen. Zudem habe Hans-Ulrich Müller in den vergangenen Jahren schon über 40 Millionen Franken in den Bernapark investiert. Indem Stettlen auf die Mehrwertabschöpfung verzichte, wolle man den Besitzern etwas «Luft verschaffen», sagte Hess. Bei den zwei Etappen, die noch folgen werden, werde die Gemeinde indes nicht auf die Mehrwertabschöpfung verzichten. Dieser Antrag wurde schliesslich mit zehn Gegenstimmen angenommen.

Nächste Etappen aufgegleist

Die beiden weiteren Etappen sind derzeit zwar erst Zukunftsmusik. Allerdings haben der Besitzer und die Gemeinde schon eine Idee, wie diese in etwa aussehen könnten. Im Rahmen der zweiten Etappe, die nicht vor 2022 vors Volk kommen wird, sollen Wohnungen für weitere 200 Personen geschaffen werden. Zudem ist die Ansiedelung von rund 250 Arbeitsplätzen vorgesehen. Mit der dritten Etappe, welche nicht vor 2035 umgesetzt wird, würden weitere 100 Einwohnerinnen und Einwohner sowie 800 Arbeitsplätze nach Deisswil geholt. (Der Bund)

Erstellt: 30.03.2016, 22:47 Uhr

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