Mobiliar unterstützt Gosteli-Stiftung mit Spende

Nach der Burgergemeinde springt nun auch die Mobiliar mit 100’000 Franken in die Bresche. Ab 2020 sollen Bund und Kanton das finanziell angeschlagene Archiv langfristig unterstützen.

1982 gründete Marthe Gosteli in Worblaufen das Archiv zur schweizerischen Frauenbewegung.

1982 gründete Marthe Gosteli in Worblaufen das Archiv zur schweizerischen Frauenbewegung. Bild: Franziska Scheidegger (Archiv)

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Dem Archiv der Schweizer Frauenbewegung in Worblaufen geht das Geld aus. Seit ihrer Gründung vor 35 Jahren finanziert sich die Stiftung ausschliesslich durch eigene Mittel und Spenden. Jetzt ist das Stiftungsvermögen beinahe aufgebraucht. Ohne Hilfe könnten sie noch etwa zwei Jahre überleben, sagte die Leiterin des Archivs, Silvia Bühler, Ende Mai gegenüber dem «Bund».

«Pionierin der Gleichberechtigung»

Nun kann Bühler ein wenig durchatmen. Die Versicherungsgesellschaft Mobiliar gab am Mittwochabend bekannt, dass sie «das beeindruckende Archiv» mit einem einmaligen Beitrag von 100’000 Franken unterstützt. Die Chancen für eine öffentliche Finanzierung seien zwar intakt, die Gelder müssten jedoch erst beschlossen werden und flössen voraussichtlich erst ab 2019 oder 2020, teilte die Versicherung mit. Gosteli gelte als Pionierin der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Staat und Gesellschaft. Mit der Vergabe leiste die Mobiliar einen wichtigen Beitrag an die Finanzierung und Erhaltung des Lebenswerks von Gosteli in dieser Übergangsphase.

Peter Martig, Präsident des Stiftungsrats des Archivs, freut sich jedenfalls über den Zustupf: «Ohne diesen Beitrag würde es schwierig werden, den Betrieb aufrechtzuerhalten», sagt er. Zusammen mit dem ebenfalls 100’000 Franken dotierten Kulturpreis, den die Burgergemeinde Bern im März ausgerichtet habe, sei es «realistisch», die nächste Zeit zu überbrücken. Martig hofft, dass sich Bund und Kanton die Finanzierung aufteilen und spätestens in zwei Jahren den Erhalt des Archivs langfristig sichern.

Breite politische Unterstützung

Tatsächlich unterstützen unterdessen zahlreiche Politikerinnen und Politiker die Stiftung auf politischer Ebene. Mittlerweile fordern 97 Nationalräte aus unterschiedlichen Parteien vom Bundesrat, den Fortbestand des Archivs zu sichern.

Aufmerksamkeit bekam die Stiftung auch durch den Schweizer Spielfilm «Die göttliche Ordnung» von Petra Volpe. Die Regisseurin hatte zuvor im Archiv über die Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz recherchiert.

Die bürgerliche Frauenrechtlerin Marthe Gosteli starb Anfang April als 100-Jährige. 1964 bis 1968 war sie Präsidentin des bernischen Frauenstimmrechtsvereins. 1970/71 leitete sie die Arbeitsgemeinschaft der schweizerischen Frauenverbände für die politischen Rechte der Frau und trug viel dazu bei, dass das Frauenstimmrecht schliesslich auf Bundesebene angenommen wurde. 1982 gründete Gosteli die gleichnamige Stiftung und das Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.06.2017, 18:06 Uhr

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