Mit vereinter Kraft gegen Werkstätte im Chliforst

Anwohner wollen mit allen Mitteln die geplante BLS-Werkstätte im Westen von Bern verhindern. Durch den Bau verschwinde ein unversehrtes Naherholungsgebiet.

Künftige Baustelle der BLS-Werkstätte beim Chliforst-Nord.

Künftige Baustelle der BLS-Werkstätte beim Chliforst-Nord.

(Bild: Adrian Moser)

«Chlyforst, Natur pur – ohne BLS-Werkstatt» heisst der Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die geplante BLS-Werkstätte im Gebiet, das offiziell Chliforst Nord heisst, zu verhindern. Zurzeit bestehe der Verein aus sechs Leuten, alles direkte Anwohner, wie Mitbegründer Jürg Stadelmann auf Anfrage sagt.

Der Verein werde sich nicht in der Dialoggruppe engagieren, welche die Ausgestaltung des Projektes diskutieren soll (siehe Box). Schliesslich seien sie grundsätzlich gegen den Standort, da sei es sinnlos, mitzudiskutieren, wie das Projekt aussehen soll, sagt Stadelmann. Vielmehr wolle man das Projekt mit allen Mitteln des Vereinsrechtes bekämpfen – falls nötig bis vor Bundesgericht.

Aus für das Naherholungsgebiet

Der Standort Chliforst sei «inakzeptabel», heisst es in der Mitteilung zur Vereinsgründung. Baue man die Werkstätte im Chliforst Nord, entstehe eine industrielle Insel. Zugleich verschwinde das einzige grössere noch unversehrte Naherholungsgebiet der Stadt. Auch würde ein Präjudiz für weitere Grossprojekte im Westen von Bern geschaffen.

Der BLS-Verwaltungsrat hatte im November entschieden, die neue Werkstätte beim Chliforst zu bauen. Eine Begleitgruppe hatte 42 Standorte geprüft. Stadelmann war Mitglied in der Gruppe, wie er sagt. Seine Alternativvorschläge hätten aber kein Gehör gefunden. BLS und SBB hätten aus Konkurrenzgründen darauf verzichtet, Synergienutzungen zu prüfen. Würden die beiden Bahnen zusammenarbeiten, könnten massive Einsparungen erzielt werden, glaubt der Verein. BLS und SBB führten «einen Machtkampf auf Kosten der Natur».

Hürde Bewilligungsverfahren

Unklar ist, ob die nötigen Waldrodungen rechtlich überhaupt möglich sind. Rodungen sind nur erlaubt, wenn ein Werk auf einen bestimmten Standort angewiesen ist. Umweltorganisationen sehen diese Bedingung nicht gegeben. Für die BLS hingegen ist klar: Die aufwendige Suche habe gezeigt, dass nur der Standort Chliforst infrage komme. Zur Rodung wird sich das Bundesamt für Umwelt (Bafu) äussern müssen.

Würde es die Standortgebundenheit ablehnen, hätte das Projekt wohl einen schweren Stand. Aber auch mit dem Segen des Bafu wäre es noch ein langer Weg bis zum Baubeginn. Die BLS müsste dann ein Projekt einreichen, das ein Baubewilligungsverfahren nach Eisenbahnrecht auslösen würde. Eine allfällige Bewilligung können Gegner dann bis vor Bundesgericht anfechten.

zec/rsi/sda

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