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Mehr Musik im Könizer Schlossareal

Sie zögerte lange, doch jetzt ist die Kirchgemeinde Köniz willens, Teile des Ritterhauses zu verkaufen. Nun soll im historischen Gemäuer die Musikschule einquartiert werden.

Das Ritterhaus: Für die Kirche eine Last, für die Musikschule eine Chance.
Das Ritterhaus: Für die Kirche eine Last, für die Musikschule eine Chance.
Adrian Moser

Im gut 750 Jahre alten Ritterhaus, einem zentralen Bau des Könizer Schlossareals, klirren längst keine Kettenhemden und keine Schwertklingen mehr. Es dient vielmehr der Kirchgemeinde Köniz. Doch wie so viele Kirchgemeinden kümmert sich auch jene von Köniz nicht allein um die Seelsorge, – sondern recht sorgenvoll auch um ihre Finanzlage. Ihre Prognosen lassen für die kommenden Jahre massive Defizite befürchten. Zudem schrumpft die Zahl der Reformierten in der grössten Vorstadtgemeinde Berns stetig, obwohl die Zahl der in Köniz Wohnenden ebenso stetig wächst.

Diese Ausgangslage führt jetzt zu einer Weichenstellung von Tragweite: Die Kirchgemeinde will Teile des Ritterhauses für 940'000 Franken verkaufen; und die politische Gemeinde Köniz ist erpicht, diese Teile zu erwerben. Konkret geht es um den ersten und zweiten Stock sowie den Dachstock der Liegenschaft. Morgen Abend erhofft sich der Kirchgemeinderat an einer ausserordentlichen Versammlung das Ja der Kirchenbasis zum Verkauf. Und im Mai will der Könizer Gemeinderat das Parlament dazu bewegen, den Kauf abzusegnen.

Der fürs Könizer Liegenschaftsportefeuille zuständige Gemeinderat Urs Wilk (FDP) sieht nur Vorteile. Mit der Übernahme von Räumlichkeiten auf dem historischen Schlossareal werde der Ort noch stärker als bisher «zum regionalen Kulturzentrum». Mit dem geplanten Kauf verfolge Köniz nämlich klare Ziele: «Wir wollen Raum sichern für die Musikschule.» Die Musikschule Köniz sei zwar ein «unbestrittenes Erfolgsmodell». Sie müsse aber in geradezu unzumutbarer Weise in immer neue Abbruchliegenschaften ausweichen. Mit dem Teilkauf des Ritterhauses soll die Züglerei von Provisorium zu Provisorium enden.

Aber: Auch wenn das Parlament den Kauf absegnet, wird die Musikschule nicht subito ins Ritterhaus ziehen können. Die Obergeschosse des ansonsten picobello sanierten Ritterhauses sind erst im Rohbau. Die Kirchgemeinde hatte nämlich noch während des Umbaus die Notbremse gezogen und entschieden, nicht die ganze Umbausumme auszugeben.

Auf den Käufer kommen also auch Kosten für den Ausbau zu. Doch Köniz hat den Sparkurs verinnerlicht: Fürchtet Urs Wilk da keine Fundamentalopposition seitens des Parlaments? «Nein,» sagt Wilk, denn hier liege kein ordinärer Liegenschaftskauf vor, sondern die Chance, die Musikschule zu festigen und die Entwicklung des Schlossareals voranzutreiben.

Das unterstreicht Verena Berger, die Präsidentin der Musikschule Köniz, in aller Deutlichkeit. Der Schule, an der über 80 Lehrkräfte gut 1300 Kinder unterrichteten, leide angesichts der heutigen Raumnot sehr: «Wir brauchen endlich definitive Räume.» Gleichzeitig verfolge die Musikschule das Ziel, den auch in Zukunft der Kirchgemeinde gehörenden Rittersaal stärker für eigene musikalische Veranstaltungen zu nutzen.

Damit werde das Schlossareal zusätzlich «musikalisch belebt». Zurückziehen möchte sich die Musikschule laut Berger dafür mittelfristig aus dem Zingghaus, wo sie heute eingemietet ist.

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