Marco Rupp als Favorit für 
die Nachfolge von Beat Giauque

Die Bürgervereinigung Ittigen hebt den früheren Gemeinderat Marco Rupp auf den Schild. Doch SP und EVP treten ebenfalls zur Wahl 
ums Gemeindepräsidium an.

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Simon Wälti

In Ittigen ist die Bürgervereinigung BVI die weitaus stärkste politische Kraft. Bei den letzten Gemeindewahlen steigerte sie ihren Wähleranteil auf 49 Prozent, damit stellt sie im siebenköpfigen Gemeinde­rat mit vier Mitgliedern die Mehrheit. Die SP holte 19 Prozent der Stimmen und die EVP 11 Prozent. Das Gemeindepräsidium ist fest in der Hand der BVI: Beat Giauque führt die Gemeinde seit nunmehr 18 Jahren, er wird auf Ende März 2015 zurücktreten. Am 2. November wird der Nachfolger oder die Nachfolgerin gewählt.

Die Mitgliederversammlung der BVI hat nun entschieden, wen sie ins Rennen schicken wird. Es ist der 59-jährige Marco Rupp, der in Ittigen zwölf Jahre als Gemeinderat (1997–2008) und vier als Gemeinde­versammlungspräsident (2009–2012) wirkte. Zur Auswahl stand auch Gemeinderätin Brigitte Zürcher-­Pfeuti, sie unterlag aber bei der geheim durchgeführten Nomination am Montagabend deutlich. Unter dem bürgerlichen Dach der BVI politisieren in Ittigen auch FDP und BDP. Noch nicht klar ist, ob die SVP die BVI unterstützen wird. Die SVP wird aber nicht selber antreten.

«Wir rüsten uns für einen intensiven Wahlkampf und werden uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen», sagt Wahlleiter Max Wächli. Man steige aber aufgrund der Wahlanteile «mit berechtigter Zuversicht» in die Ausmarchung und hoffe auf eine Entscheidung im ersten Wahlgang. Mit der Kandidatur von Rupp stelle man Kontinuität und Weiterentwicklung sicher.

«Grosse Herausforderung»

Er sei in den letzten Jahren wiederholt «angestichelt» worden, ob er nicht kandidieren wolle, sagt Marco Rupp. «Das Präsidium ist eine grosse Herausforderung und ein spannender Job.» Die Förderung der Lebensqualität ist eines seiner Ziele. Dazu gehörten unter anderem die Schule, der öffentliche Verkehr, die Integration, die Sicherheit, aber auch das finanzielle Gleichgewicht der Gemeinde. Rupp sieht sich in der Favoritenrolle, will sich aber nichts darauf einbilden. «Das Spiel ist erst entschieden, wenn der Schiedsrichter abpfeift.»

Beruflich ist Rupp seit 1997 Partner und Mitglied der Geschäftsleitung des Planungsbüros Ecoptima AG in Bern. Er ist Doktor der Geografie mit Schwerpunkten in Stadtentwicklung und Raumplanung. Die Arbeit für die Ecoptima, die bei vielen regionalen Projekten mitgewirkt hat, wird Rupp im Fall einer Wahl aufgeben.

Die anderen Parteien überlassen der BVI das Feld nicht kampflos. Bereits Ende Juni hat die SP Gemeinderätin Gabriela Meister nominiert. Es sei Zeit für einen Wechsel und für eine Frau an der Spitze der Gemeinde, gab die Partei damals bekannt. Meister sei eine «vielseitige, offene, gradlinige und vermittelnde ­Politikerin». Sie führt in Ittigen das Departement Sicherheit.

EVP will sich nicht verstecken

Auch Jean-Daniel Pirolet von der EVP ­bewirbt sich um das Hauptamt, er leitet in Ittigen als Gemeinderat die Departemente Bildung und Kultur/Freizeit/Sport. Pirolet wolle ein Gemeindepräsident für alle sein, teilte die EVP gestern mit. Die Partei hofft, einen zweiten Wahlgang erzwingen zu können. Dieser würde am 30. November stattfinden.

«Wir wollen uns nicht verstecken», sagt Wahlleiter Pascal Hunziker. Die BVI habe zwar eine starke Position, doch die EVP habe 2008 mit der Kandidatur von Lukas Baumgartner «recht gut abgeschnitten». Baumgartner holte damals ein Drittel der Stimmen. Giauque sicherte sich die Wiederwahl mit einem Stimmenanteil von über 66 Prozent. Man habe beschlossen, separat anzutreten, erklärt EVP-Präsident Ernst Lüthi. «Die politische Vielfalt in Ittigen ist uns wichtig.» Zudem seien Wahlen auch eine gute Gelegenheit, um bei der Bevölkerung präsent zu sein. «Wir wollen nicht einfach klein beigeben.»

Der Bund

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