Lyssbachstollen günstiger als budgetiert

Für den Bau des Lyssbachstollens haben Bund, Kanton Bern und Gemeinden etwas weniger Geld ausgeben müssen als budgetiert.

Günstiger als veranschlagt: Der Lyssbachstollen. (Archiv)

Günstiger als veranschlagt: Der Lyssbachstollen. (Archiv)

(Bild: Valérie Chételat)

Der 2011 in Betrieb genommene Tunnel hat rund 48,5 Millionen Franken gekostet - etwa acht Prozent weniger als im Jahr 2010 bei Baubeginn angegeben.

Als Grund für die geringeren Kosten nannte der Gemeindeverband Lyssbach bei der Vorstellung der Schlussabrechnung am Montag in Lyss unter anderem das günstige Wetter während des Baus. Auch blieben geologische Überraschungen aus und überhaupt kam es zu keinerlei nennenswerten Zwischenfällen.

Die Berner Regierungspräsidentin Barbara Egger-Jenzer sagte am Medienanlass laut Mitteilung, 48,5 Millionen Franken seien viel Geld, doch habe sich die Investition gelohnt. Allein die Sachschäden, welche die drei Hochwasser des Jahres 2007 in Lyss angerichtet hätten, seien mit über 100 Millionen Franken doppelt so hoch wie die Baukosten ausgefallen.

Schon bei der Inbetriebnahme des Stollens im Jahr 2011 hiess es, laut Prognosen werde der Stollen etwas billiger als ursprünglich veranschlagt.

330 Badewannen Wasser pro Sekunde

Der Stollen weist einen Durchmesser von 4,4 Metern auf und vermag bei Hochwasser pro Sekunde rund 70 Kubikmeter Wasser um Lyss herumzuführen. Das entspricht laut dem Lyssbachverband dem Inhalt von 330 Badewannen und ist mehr als das Anderthalbfache der Wassermenge, welche im August 2007 Lyss überflutete.

Das Eingangsbauwerk des 2,5 Kilometer langen Stollens liegt im Leen, östlich von Lyss. Seinen Auslauf hat der Stollen in der Fulenmatt nördlich des Seeländer Regionalzentrums. Gebaut hat der Stollen der Kanton Bern: Er übernahm Ende 2007 das Projekt vom Gemeindeverband Lyssbach, um die Planung zu vereinfachen und zu beschleunigen.

43,1 Prozent der Kosten übernimmt der Bund, 33 der Kanton Bern, 0,9 Prozent der Renaturierungsfonds des Kantons Bern und 23 Prozent der Lyssbachverband. Eine erste Kostenschätzung des Stollens von 30 Millionen Franken im Jahr 2007 wurde im November 2008 nach oben korrigiert.

Gemeindeverband hat weitere Projekte

Auch wenn nun der Lyssbachstollen gebaut ist und laut der Mitteilung auch schon mehrfach seinen Zweck erfüllt hat, geht dem Lyssbachverband die Arbeit noch nicht aus: Er plant verschiedene Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekte am Chüelibach, am Seebach, am Gsteigbach und am alten Gerinne des Lyssbachs.

zec/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt