Könizer Musiklektion

Das Könizer Parlament findet, allzu investigative Vergangenheitsbewältigung nütze der Musikschule Köniz nichts. Und die Behörde schliesst nicht aus, dass der weitere Weg noch weiter ins Geld gehen könnte.

Die Musikschule – hier dirigiert Markus Noser – bleibt im Gespräch.

Die Musikschule – hier dirigiert Markus Noser – bleibt im Gespräch. Bild: Adrian Moser

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Das Könizer Parlament entschied gestern Abend spät einstimmig, die personelle und finanzielle Krise in der Musikschule Köniz müsse nicht zwingend untersucht werden. Damit besteht insbesondere kein zwingender Auftrag, die Rolle des Gemeinderats genauer unter die Lupe zu nehmen. Dieser steht in der Kritik, womöglich seine Aufsichtspflicht ungenügend wahrgenommen zu haben.

Zu den Akten wird das Dossier nach dem Entscheid keineswegs gelegt. Der Gemeinderat und insbesondere die Geschäftsprüfungskommission bleiben in der Pflicht, die Rolle der Gemeinde weiter zu analysieren und politische Schlüsse für die Stabilisierung der Musikschule zu ziehen. Im Vorfeld der Parlamentssitzung riet aber Gemeinderat Hans-Peter Kohler (FDP), keinen allzu investigativen Weg zu wählen, da dieser bloss die öffentliche Wahrnehmung der Musikschule negativ beeinflussen würde.

Die gestrige Debatte im Könizer Parlament zeigte nun, dass die von Kohler zum Ausdruck gebrachte Haltung politisch breit getragen wird – und gleichwohl zahlreiche Fragen offen bleiben. Erica Kobel-Iten (FDP) etwa stimmte dem eingeschlagenen Weg zwar zu. Sie äusserte aber ernste Zweifel an der Argumentation, man müsse einen Imageschaden vermeiden: «Dieser ist längst erfolgt.» Nur eine saubere Aufarbeitung des Zurückliegenden helfe, das angeschlagene Vertrauen wiederherzustellen. Diese Aufarbeitung sei freilich auch mit dem nun eingeschlagenen Weg möglich. Casimir von Arx (GLP) wiederum sagte, es wollten alle das Gleiche: den guten Musikunterricht sicherstellen. Trotzdem sei es wichtig, zu signalisieren, dass noch längst nicht alle Mängel aufgearbeitet seien. Damit brachte er die Mehrheitsmeinung im Parlament auf den Punkt.

Krise «noch nicht bewältigt»

Gemeinderat Kohler sagte schliesslich in einer kurzen Lageanalyse, die Krise der Musikschule sei «noch nicht bewältigt». Der eingeschlagene Weg werde aber die Stabilisierung der Musikschule sicherstellen. Das Ziel sei es, dass circa Ende Mai dieses Jahres die externe Unterstützung zurückgefahren werden könne und wieder der «Regelbetrieb» gelte. Die Suche nach der Antwort, welches in Zukunft die bestmögliche Struktur der Musikschule sei, werde länger dauern. Laut Kohler sind auch die finanziellen Folgen der Krise nicht restlos klar. Unklar sei derzeit beispielsweise, welcher Anteil der Kosten für die Krisenbewältigung – etwa den Beizug externer Fachleute – aus Vereinsmitteln bezahlt werden könne und welchen Anteil die Gemeinde zu tragen habe. Gut möglich, dass die Gemeinde Köniz mehr wird einschiessen müssen, als bereits beschlossen. Kohler bezeichnete die Wahrscheinlichkeit eines Nachkredits als «relativ hoch». (Der Bund)

Erstellt: 13.02.2018, 06:41 Uhr

Partizipation Skepsis in Köniz

Soll Köniz seinen Quartierorganisationen besser verankerte Mitwirkungsrechte einräumen? Diese Grundsatzfrage debattierte das Könizer Parlament am Montagabend, entschied sich aber mit 25 zu 14 Stimmen dagegen. Motionär Bruno Schmuckis (SP) Werben für eine gut ausgebaute und in der Gemeindeordnung verankerte Mitwirkungskultur blieb somit erfolglos. Schmucki sprach von der «kleinen Demokratie», welche die Mitsprache verbessere, ohne dem Parlament die Entscheidkompetenz zu entziehen.

Die heftigste Kritik kam seitens der SVP. Deren Sprecher Reto Zbinden sagte, der Vorschlag sei «ein Angriff auf unsere Demokratie» und zudem «unsozial». Quartiervereine und Leiste seien schlicht zu wenig demokratisch aufgebaut und deren Vorstände – respektive einige wenige Einzelpersonen – zu einflussreich. Katrin Gilgen (SVP) doppelte nach und nannte Schmuckis Ansinnen «eine Schnapsidee».

Nicht alle Gegner einer formalen Ausweitung der Mitwirkungsrechte teilen freilich die Haltung der SVP, sondern stimmten gegen eine Änderung, weil sie die heutige Könizer Mitwirkungskultur bereits als gut entwickelt erachten. So sieht es etwa Bernhard Zaugg (EVP). Die Arbeit der Ortsvereine und Leiste verdiene Wertschätzung. Was noch nicht optimal laufe, lasse sich ohne Reglementierung verbessern.

Zauggs Beispiel: Mitwirkungsanlässe seien oft zu sehr eine Rückschau auf Geplantes, statt ein Vorausschauen und Diskutieren von Planungsideen. Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger (SP) zeigte sich bereit, die Mitwirkung in diesem Sinne zu verbessern. (mul)

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