Könizer Gemeinderat hält an Steuererhöhung fest

Die Steueranlage in Köniz soll um einen halben Zehntel auf 1,54 Einheiten steigen. Damit würde ein ausgeglichenes Budget 2020 erreicht.

Annemarie Berlinger-Staub (SP), Gemeindepräsidentin und Finanzvorsteherin von Köniz, sagt, eine wachsende Gemeinde führe zu höheren Ausgaben.

Annemarie Berlinger-Staub (SP), Gemeindepräsidentin und Finanzvorsteherin von Köniz, sagt, eine wachsende Gemeinde führe zu höheren Ausgaben.

(Bild: Raphael Moser, Archiv)

Damit hat der Könizer Gemeinderat am Donnerstag eine Ankündigung von Mai dieses Jahres wahr gemacht: Er will mit dem Budget 2020 die Steuern auf 1,54 Einheiten erhöhen. Vor allem dank der dadurch erwarteten Mehreinnahmen soll der Haushalt der Gemeinde Köniz im kommenden Jahr ausgeglichen abschliessen.

Der Voranschlag 2020 gemäss Gemeinderat sieht Einnahmen und Ausgaben von je rund 227 Millionen Franken vor, wie die Könizer Exekutive am Donnerstag mitteilte. Die beantragte Steuererhöhung von heute 1,49 Einheiten auf 1,54 Einheiten soll zu einem Mehrertrag von 3,1 Millionen Franken führen.

Die sogenannte Aufgabenüberprüfung, welche der Gemeinderat Ende 2018 startete, soll eine Verbesserung von 1,8 Millionen Franken einbringen. Der Gesamtaufwand liegt unter demjenigen des Vorjahrs.

Das Gemeindeparlament beugt sich am 16. September über Budget 2020 sowie Aufgaben- und Finanzplan. Für den 17. November ist eine Volksabstimmung zum Budget vorgesehen.

Sparprogramm beschlossen

Im Rahmen der Aufgabenüberprüfung nahm der Gemeinderat über 100 Ausgaben unter die Lupe und beschloss 76 Massnahmen. Die Verbesserungen von 1,8 Millionen Franken im Budget 2020 bestehen aus 1,5 Millionen Franken Einsparungen und 0,3 Millionen Franken Mehrerträge. Langfristig soll die Aufgabenüberprüfung pro Jahr den Haushalt um bis zu 2,8 Millionen Franken entlasten.

Der Könizer Gemeinderat schreibt in seiner Mitteilung, mit einer Erhöhung der Steueranlage auf 1,54 Einheiten hätte die Berner Agglomerationsgemeinde den gleichen Ansatz wie die Stadt Bern. Der Steuersatz läge aber immer noch unter den Ansätzen von Burgdorf, Biel und Thun.

Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger-Staub wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, Köniz sei als Wohn- und Wirtschaftsstandort sehr beliebt. «Eine wachsende Gemeinde bedeutet auch höhere Ausgaben, da es insbesondere mehr Schulraum braucht, die Tagesschulen ausgebaut werden und die Investitionen abgeschrieben werden müssen», so Berlinger-Staub.

Kaum noch Reserven

Anfang Mai hatte die Könizer Regierung die Steuererhöhung um 0,05 Einheiten bereits angekündigt. Dies, nachdem die Rechnung 2018 mit einem Aufwandüberschuss von 2,8 Millionen Franken abgeschlossen hatte. Budgetiert gewesen war lediglich ein Defizit von 0,1 Millionen. Der Bilanzüberschuss, mit dem allfällige Defizite gedeckt werden können, schrumpfte per Ende 2018 auf noch 6,5 Millionen Franken.

db/SDA

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