Köniz erfreut über Bundesgeld für Verlängerung Tramlinie 9

Der Bundesrat will die Tram-Verlängerung nach Kleinwabern finanziell unterstützen.

Auf dieser Wiese soll die neue Tramendstation entstehen.

Auf dieser Wiese soll die neue Tramendstation entstehen. Bild: Franziska Rothenbühler

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Es ist quasi ein Geschenk zum Amtsantritt. Kaum im Amt erfuhr der neue Könizer Verkehrsdirektor und Gemeinderat Christian Burren (SVP) am Mittwoch, dass die Landesregierung Bundesgeld für die Verlängerung der Tramlinie 9 bis nach Kleinwabern sprechen will. «Ich habe den Entscheid hoch erfreut zur Kenntnis genommen», sagt Burren auf Anfrage. «Der Gemeinderat hat ihn erhofft, aber wir hatten natürlich keine Garantie.»

Wegen der fehlenden Bundeszusage war das Tramprojekt lange in der Schwebe gewesen. Konkret figuriert es nun auf der Liste der A-Projekte für das Agglomerationsverkehrsprogramm des Bundes, die der Bundesrat in die Vernehmlassung geschickt hat. Noch ist der Entscheid nicht definitiv. Der Bundesrat muss die Verlängerung der Tramlinie 9 auch weiterhin auf der A-Liste behalten, ebenso die eidgenössischen Räte. Das Bundesparlament entscheidet voraussichtlich im Frühjahr 2019.

Baustart zwischen 2019 und 2022

Burren zeigt sich zuversichtlich, dass die Verlängerung der Tramlinie nach Kleinwabern die definitive Finanzzusage des Bundes erhalten wird. Die Gemeinde wolle das lange sistierte Tramprojekt jedenfalls nun wieder vorantreiben. «Als Erstes werden wir die Verhandlungen mit den betroffenen Grundeigentümern wieder aufnehmen», sagt Burren. Dabei geht es insbesondere um die neue Tramendstation mit Wendeschlaufe, die auf einer Wiese im Balsigergut gebaut werden soll.

Später muss auch noch das Baubewilligungsverfahren durchgeführt werden. Burren will sich deshalb nicht darauf festlegen, wann die Bagger auffahren werden. «Baubeginn wird zwischen 2019 und 2022 sein», sagt er bloss. Für diesen Zeitraum ist der Baubeginn der Projekte auf der A-Liste des Bundes vorgesehen. «Von der Verkehrsplanung her sind wir bereit», sagt Burren. Diese wurde ausgearbeitet, bevor das Könizer Volk 2014 der Tramverlängerung zustimmte.

Das Wunschtram der Könizer

Kurze Rückblende: Im September 2014 fällte das Volk in Köniz gleich zwei Tramentscheide: Das Projekt Tram Region Bern, das eine neue Tramlinie 10 bis nach Schliern vorsah, lehnten die Stimmberechtigten ab. Sehr klar angenommen wurde an der Urne dagegen die Verlängerung der Tramlinie 9 von Wabern nach Kleinwabern (siehe Karte). Es handelt sich also um das Wunsch-Tramprojekt der Könizer. Doch bereits vor der Abstimmung war klar, dass es sich ohne finanzielle Unterstützung des Bundes nicht realisieren lassen würde.

Das Projekt solle nun so umgesetzt werden, wie das Volk es 2014 beschlossen hat, sagt Burren: «Das ist der Volksauftrag.» Zudem würden nachträgliche Projektänderungen «zu erneuten Verzögerungen führen». Dies müsse allerdings der Gemeinderat entscheiden.

ÖV-Knoten in Kleinwabern offen

Noch offen ist hingegen, ob die neue Tramendstation Kleinwabern mit einer neuen S-Bahnhaltestelle der BLS verknüpft wird. Momentan plant die BLS den Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen Kehrsatz und Wabern (Frischingweg). Auch das Parlament von Köniz berät Mitte Februar über die Vorhaben, welche im Zusammenhang mit dem Doppelspurausbau von der Gemeinde vorgenommen werden sollen. Der Bau einer neuen S-Bahnhaltestelle Kleinwabern ist laut Burren allerdings momentan «für die BLS bloss eine Option». Würde sie gebaut, könnte sie zusammen mit der neuen Tramendstation zu einem ÖV-Knoten verknüpft werden.

Tram ermöglicht Entwicklung

Die Mitfinanzierung des Bundes stand deshalb lange in der Schwebe, weil nicht klar war, ob die bauliche Entwicklung (und damit die erwartete Zunahme der Bevölkerung) künftig genügend gross sein wird, um eine Verlängerung der Tramlinie zu rechtfertigen. Umgekehrt zögerten Immobilienunternehmer und Grundbesitzer, weil nicht klar war, ob das Gebiet nun tatsächlich mit einem Tram erschlossen wird.

Auch die bauliche Entwicklung könnte nun also mit dem positiven Entscheid des Bundesrates zur Verlängerung der Tramlinie 9 deblockiert werden. «Wir werden mit den Grundeigentümern nun auch über die Siedlungsentwicklung sprechen», sagt Burren. (Der Bund)

Erstellt: 22.01.2018, 06:37 Uhr

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